02 April 2026, 12:19

AfD zerrissen: Machtkampf um Außenpolitik spaltet die Partei tief

Plakat mit einer Karte der Sowjetunion in Rot und Blau, begleitet von Text und Bildern, die einen Konflikt zwischen zwei Ländern darlegen.

AfD zerrissen: Machtkampf um Außenpolitik spaltet die Partei tief

Ein erbitterter Streit über die Außenpolitik reißt die rechtspopulistische Alternative für Deutschland (AfD) entzwei. Die Partei ist gespalten zwischen Befürwortern einer engeren Anbindung an die USA und jenen, die den Abzug der amerikanischen Truppen fordern. Die internen Konflikte sind nun öffentlich eskaliert, wobei führende Köpfe die Linie der Parteiführung offen infrage stellen.

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Im Mittelpunkt des Streits stehen Sicherheitsexperten wie Rüdiger Lucassen und Maximilian Krah, die mit dem prorussischen Flügel der AfD aneinandergeraten sind. Ihre Auseinandersetzungen spiegeln tiefere Gräben in der Frage wider, wie Deutschland seine Bündnisse gestalten soll – und welche Richtung die AfD künftig einschlagen wird.

Die Spaltung wurde deutlicher, nachdem der AfD-Co-Vorsitzende Tino Chrupalla den Abzug der US-Truppen aus Deutschland gefordert hatte. Der Bundestagsabgeordnete Maximilian Krah widersprach dieser Forderung öffentlich und betonte, Deutschland brauche "starke Partner". Damit stellte er sich gegen Chrupalla und positionierte sich an der Seite des NATO-freundlichen Parteiflügels.

Rüdiger Lucassen, der verteidigungspolitische Sprecher der AfD, gerät zunehmend unter Druck durch die prorussische Gruppe um Björn Höcke. Lucassen wirft Höckes Anhängern vor, sie wollten ihn wegen seiner Unterstützung für westliche Bündnisse aus der Partei drängen. Auch ein weiterer Sicherheitsexperte, Hannes Gnauck, kollidierte mit der Parteilinie, nachdem er eine Pressemitteilung verfasst hatte, in der er die USA im Iran-Konflikt unterstützte.

Die wechselnde Haltung der AfD zur EU-Mission "Aspides" im Hormus-Strait trägt zusätzlich zur Verunsicherung bei. Zwar hatte die Partei die Operation zunächst kritisiert, passte ihre Position aber später an und zeigt sich nun generell skeptisch gegenüber militärischen EU-Einsätzen. Gleichzeitig tut sich die Führung schwer damit, Abstand zu nehmen von Martin Sellners umstrittenem "Remigrations"-Plan, der selbst deutsche Staatsbürger treffen könnte. Kritiker werfen der AfD vor, dieser Vorschlag untergrabe ihren Anspruch, verfassungskonform zu sein.

Maximilian Krah warnt, die radikalen Positionen der Partei – in der Migrationspolitik, gegenüber den USA und in der Außenpolitik – könnten sie dauerhaft von der Regierungsbeteiligung ausschließen. Diese Haltungen zementierten den cordon sanitaire, den die anderen Parteien gegen die AfD errichtet hätten, und machten jede Zusammenarbeit unmöglich.

Die internen Machtkämpfe der AfD offenbaren eine Partei, die tief zerrissen ist über ihre Identität und Strategie. Mit Figuren wie Lucassen und Krah, die die Führung herausfordern, zeigt der Konflikt keine Anzeichen einer Entspannung. Das Ergebnis wird entscheiden, ob die AfD sich der politischen Mitte annähern kann – oder ob sie durch ihre eigenen radikalen Positionen weiter isoliert bleibt.

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