AfD zwischen bundesweitem Aufstieg und lokalen Rückschlägen in Ostdeutschland
Johanna MüllerAfD zwischen bundesweitem Aufstieg und lokalen Rückschlägen in Ostdeutschland
Der wachsende Einfluss der AfD in der deutschen Politik ist zu einem zentralen Diskussionsthema geworden – und das, obwohl die Partei auf regionaler Ebene Rückschläge hinnehmen muss. In der jüngsten Folge des Politik-Podcasts Bundestalk analysierten Expert:innen den Aufstieg der Partei und ihre möglichen Auswirkungen auf die Zukunft des Landes. Gleichzeitig zeigen Kommunalwahlen in Ostdeutschland gemischte Ergebnisse für die rechtspopulistische Gruppe.
Der wöchentlich erscheinende Podcast, verfügbar auf Spotify, Deezer und iTunes, brachte Journalist:innen und Analyst:innen zusammen, um Wählertrends zu untersuchen. Ihre Erkenntnisse deuten darauf hin, dass die AfD zwar bundesweit an Zuspruch gewinnt, viele ehemalige Wähler:innen von CDU und CSU jedoch entweder der Wahl fernbleiben oder stattdessen linksgerichtete Parteien unterstützen.
In bundesweiten Umfragen hat die AfD deutlich zugelegt und liegt mittlerweile zwei bis drei Prozentpunkte vor der Union. Doch auf lokaler Ebene erzählt die Partei eine andere Erfolgsgeschichte. In Ostdeutschland, wo die AfD traditionell ihre stärkste Anhängerschaft hat, schnitt sie bei jüngsten Wahlen eher schwach ab. In diesem Jahr gewann sie nur zwei von 26 Bürgermeister- und Kreistagswahlen, an denen sie teilnahm.
In Sachsen-Anhalt kommt die Partei derzeit auf 41 Prozent in den Umfragen, in Mecklenburg-Vorpommern liegt die Unterstützung bei 36 Prozent. Trotz dieser Zahlen erlitt die AfD eine bemerkenswerte Niederlage bei der Kreistagswahl im Landkreis Uckermark. Die amtierende CDU-Politikerin Karina Dörk verteidigte ihr Mandat mit klarem Abstand gegen den AfD-Herausforderer Felix Teichner. Während ihres Wahlkampfs mied Dörk Debatten über symbolträchtige Themen wie die „Brandmauer“ gegen die AfD und setzte stattdessen auf ihre Bilanz und Kompetenz.
Die aktuelle Folge von Bundestalk ging der Frage nach, warum sich der bundesweite Aufstieg der AfD nicht in durchgängigen lokalen Erfolgen widerspiegelt. An der Diskussion beteiligten sich der AfD-Experte Gareth Joswig, die Investigativjournalistin Anne Fromm, der Parlamentarische Korrespondent Stefan Reinecke und die Innenpolitik-Reporterin Sabine am Orde. Ihre Analyse zeigte, dass nur ein kleiner Teil der ehemaligen CDU- und CSU-Wähler:innen zur AfD gewechselt ist. Ein deutlich größerer Anteil verzichtet auf die Stimmabgabe oder wendet sich linken Alternativen zu.
Die durchwachsenen Ergebnisse der AfD in Ostdeutschland stehen im Kontrast zu ihren steigenden bundesweiten Umfragewerten. Zwar bleibt die Partei in einigen Regionen stark, doch die Kommunalwahlen zeigen auch Widerstand gegen ihren Aufstieg. Die Einsichten aus dem Bundestalk-Podcast legen nahe, dass das Wählerverhalten komplexer ist als eine einfache Verschiebung nach rechts.
Aktuell deutet die Fähigkeit der CDU, Schlüsselpositionen zu halten – wie im Fall Uckermark –, darauf hin, dass kompetenzorientierte Wahlkämpfe die Wähler:innen weiterhin überzeugen können. Ob es der AfD gelingt, ihren bundesweiten Schwung in lokale Erfolge umzumünzen, wird über ihre künftige Entwicklung entscheiden.






