28 January 2026, 20:28

Aldi und Lidl senken Fleischpreise – doch Tierwohl macht es teurer als je zuvor

Eine Supermarkttheke voller verschiedener Fleischsorten in Plastikboxen, andere Lebensmittel und Preisschilder.

Aldi und Lidl senken Fleischpreise – doch Tierwohl macht es teurer als je zuvor

Deutsche Supermärkte senken Fleisch- und Wurstpreise – doch die Kosten bleiben hoch

In den vergangenen Wochen haben deutsche Supermärkte die Preise für Fleisch und Wurst deutlich gesenkt, nachdem bereits zuvor Milchprodukte verbilligt worden waren. Die Rabattaktionen erfolgen vor dem Hintergrund anhaltender Proteste von Landwirten, die gegen sinkende Milch- und Butterpreise kämpfen. Im Dezember hatten einige sogar Verteilzentren von Lidl blockiert.

Doch trotz der Preissenkungen steigen die Gesamtkosten für Fleisch weiter an, da der Handel zunehmend auf Produkte mit höheren Tierwohlstandards setzt.

Der Preiskampf begann im Januar 2026, als die Kette Norma die Preise für Wurst um bis zu 10 Prozent reduzierte. Aldi und Lidl zogen schnell nach und passten ihre Preise für frisches Fleisch und Wurstwaren an. Aldi Süd kündigte dauerhafte Rabatte auf rund 20 Wurstprodukte an, während Lidl bis zu 50 Cent pro Fleischartikel ermäßigte.

Trotz dieser Nachlässe bleibt Fleisch im Vergleich zu früheren Jahren teurer. Der Grund: Immer mehr Händler führen Ware aus höheren Tierwohl-Stufen ein. Aldi Süd wird bis Mitte Januar 2026 kein frisches Fleisch mehr aus der niedrigsten Tierwohlkategorie anbieten. Auch Lidl hat sich ein Ziel gesetzt: Bis zum selben Jahr sollen mindestens 33 Prozent des Hähnchen- und Putenfleischs höhere Tierwohlstandards erfüllen.

Die Landwirte hingegen kämpfen weiterhin mit geringen Erlösen. Von den rund 10 Euro, die Verbraucher im Einzelhandel für ein Kilogramm Fleisch zahlen, erhalten sie im Schnitt nur etwa 3 Euro. Die Frustration entlud sich im Dezember in Protesten, als einige Landwirte Lidl-Lager wegen des Preisverfalls bei Milchprodukten blockierten.

Die aktuellen Preissenkungen spiegeln den wachsenden Wettbewerb unter den Discounern wider. Gleichzeitig treiben die höheren Tierwohlstandards die Fleischkosten weiter in die Höhe. Für die Landwirte bleibt die Lage angespannt – ihr Anteil am Verkaufspreis ist gering. Die Entwicklung hin zu mehr Tierwohl wird die deutsche Fleischbranche in den kommenden Jahren weiter prägen.