28 June 2026, 14:11

Arbeitskräftemangel droht: Wie demografische Verschiebungen die Weltwirtschaft verändern

BCG-Studie prophezeiet wachsende Ungleichheiten am Arbeitsmarkt bis 2030

Arbeitskräftemangel droht: Wie demografische Verschiebungen die Weltwirtschaft verändern

Demografische Verschiebungen prägen die globale Arbeitswelt in rasantem Tempo. Schon bald könnten Arbeitskräftemangel und -überschüsse in den großen Volkswirtschaften dramatische Ausmaße annehmen – eine der größten Herausforderungen für die Weltwirtschaft im kommenden Jahrzehnt.

Für Brasilien wird im Jahr 2020 ein Fehlbestand von bis zu 8,5 Millionen Arbeitskräften erwartet. Bis 2030 könnte sich diese Lücke auf 40,9 Millionen ausweiten. Auch Deutschland sieht sich einem wachsenden Defizit gegenüber: 2020 könnten bis zu 2,4 Millionen Arbeitskräfte fehlen, bis 2030 steigt die Zahl auf voraussichtlich 8,4 bis 10 Millionen.

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China verfügt 2020 noch über einen Überschuss von 55,2 bis 75,3 Millionen Arbeitskräften. Doch dieser Trend wird sich umkehren – bis 2030 droht ein Mangel von bis zu 24,5 Millionen. Frankreich, das Vereinigte Königreich und Italien durchlaufen eine ähnliche Entwicklung. Alle drei Länder verzeichnen 2020 noch einstellige Überschüsse, doch bereits im folgenden Jahrzehnt wird sich die Situation in einen Mangel verwandeln.

Die USA bilden hier eine Ausnahme. Für 2020 wird ein Überschuss von 17,1 bis 22 Millionen Arbeitskräften prognostiziert. Selbst 2030 wird das Land voraussichtlich noch mindestens 7,4 Millionen mehr Arbeitskräfte haben als benötigt. Ein Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt bleibt damit die Ausnahme – die Unterschiede zwischen den Regionen könnten kaum größer sein.

Diese Veränderungen in der Arbeitswelt werden erhebliche Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum und die Wettbewerbsfähigkeit haben. Der Wandel von Überschuss zu Mangel zwingt Unternehmen und Regierungen in vielen Ländern zum schnellen Handeln. Die deutlichen regionalen Unterschiede werden die Arbeitsmärkte noch über Jahre prägen.

Quelle