Aschermittwoch in Kempten: Humor, Abschied und ein fiktiver Parkuhraffäre-Skandal
Hannah BöhmAschermittwoch in Kempten: Humor, Abschied und ein fiktiver Parkuhraffäre-Skandal
Lebhafte politische Veranstaltung in Kempten: Humor und Wehmut zum Aschermittwoch
Am Mittwochabend fand in Kempten eine unterhaltsame politische Zusammenkunft statt, die Witz mit nachdenklichen Tönen verband. Beim traditionellen Aschermittwoch-Event von UB/ÖDP in der Pfarrhalle St. Ulrich sorgte der langjährige Stadtrat Michael Hofer mit einem Lied über einen erfundenen Parkuhraffäre-Skandal für Heiterkeit. Gleichzeitig deutete sich ein symbolischer Generationswechsel an: Nach 36 Jahren in der Kommunalpolitik kündigte Hofer an, künftig einen Schritt zurückzutreten.
Die Veranstaltung bot lockere Unterhaltung, darunter ein Sketch des ÖDP-Kreisratskandidaten Michael Finger und seiner Frau, die die CSU scherzhaft mit einem grantigen Wirtshausbesitzer verglichen, der seinen Stammtisch verliert. Zwischen den politischen Pointen lobten die Redner Kempten als wunderschöne Stadt und sorgten so für eine herzliche Atmosphäre.
Der Abend begann in der Pfarrhalle St. Ulrich, wo sich die Gäste zum traditionellen Aschermittwoch versammelten. Ein Höhepunkt war Hofers humorvolle musikalische Interpretation einer angeblichen "Kemptener Knöllchen-Affäre", die das Publikum zum Lachen brachte. Zwar gibt es in der jüngeren Stadtgeschichte keinen solchen Skandal – doch die Darbietung setzte einen spielerischen Akzent in der Runde.
Hofer, seit 36 Jahren eine prägende Figur im Kemptener Stadtrat, blickt auf Jahrzehnte des Engagements zurück. Bekannt für seinen lässigen Stil – er trug lieber Sandalen als Anzugschuhe und band sich nur am Weiberfasching eine Krawatte um – gestand er eine amüsante Ablenkung während seiner Amtszeit: einmal die Korrektur einer Schülerklausur mitten in einer Ratssitzung. Die ÖDP dankte ihm öffentlich für seinen langjährigen Einsatz und würdigte seinen Einfluss auf die lokale Politik.
Einen weiteren Auftritt hatten Michael Finger, ÖDP-Kandidat für den Kreistag, und seine Frau. In ihrem "Berggespräch"-Sketch nahmen sie die CSU auf die Schippe und verglichen sie mit einem alten Wirt, der sich über den Verlust seines Stammplatzes ärgert. Die Pointen kamen gut an und lockerten die Stimmung auf, ohne die politische Botschaft zu überdecken.
Zum Abschluss des Abends deutete Hofer an, künftig jüngeren Kräften Platz zu machen. Sein Rückzug, wenn auch nicht sofort, markiert einen Einschnitt für die Kemptener ÖDP, in der er über drei Jahrzehnte eine Konstante war.
Die Veranstaltung endete mit Dankbarkeit und Humor – Hofers fiktives Parkuhr-Lied und der Wirt-Sketch der Fingers sorgten für Unterhaltung, während der Abend zugleich ein leises Zeichen des Wandels setzte. Für die ÖDP Kempten war die Zusammenkunft zugleich ein herzlicher Abschied von einem langjährigen Ratgeber und ein Ausblick auf die künftige Ausrichtung der Partei.






