10 May 2026, 12:13

Banaszak will Männer mit neuen Räumen für Gleichberechtigung gewinnen

Plakat mit der Aufschrift "Geschlechterneutrale Toiletten" betont die Inklusivität in den Toiletteneinrichtungen.

Banaszak will Männer mit neuen Räumen für Gleichberechtigung gewinnen

Felix Banaszak, Co-Vorsitzender der Grünen, setzt sich für neue Wege ein, um Männer in die Debatte über Gleichberechtigung einzubinden. Seine jüngsten Initiativen kommen vor dem Hintergrund wachsender Sorgen, dass sich immer mehr junge Männer der rechtsextremen Szene zuwenden. Ein aktueller Vorschlag sieht die Schaffung spezieller Räume vor, in denen Männer sich mit diesen Themen auseinandersetzen können.

Das ist nicht das erste Mal, dass eine solche Idee aufkommt. Bereits vor 16 Jahren scheiterte ein ähnliches Vorhaben am mangelnden Interesse der Männer.

Banaszak vertritt seit Langem die Auffassung, dass traditionelle Rollenbilder Männer genauso einschränken wie Frauen. Er ist überzeugt, dass Männer den Feminismus als etwas begreifen sollten, das auch ihnen zugutekommt. Sein erster großer Versuch, junge Männer zu erreichen, datiert von Februar dieses Jahres, als er der Zeitschrift Playboy ein Interview mit feministischem Schwerpunkt gab.

Die Dringlichkeit des Themas wurde durch Daten der letzten Bundestagswahl unterstrichen: Männer unter 24 Jahren wählten häufiger die rechtsextreme AfD als jede andere Partei, während Frauen desselben Alters eher linksliberale Gruppen bevorzugten. Vor den Europawahlen 2024 hatte der AfD-Politiker Maximilian Krah in einem Video sogar angedeutet, junge Männer, die Schwierigkeiten hätten, eine Partnerin zu finden, sollten „nach rechts“ tendieren.

Banaszaks Ansatz steht jedoch vor Herausforderungen. Nach Vorwürfen wegen Körperverletzung gegen den Schauspieler Christian Ulmen, erhoben von Collien Fernandes, räumte er ein, seine Strategie möglicherweise überdenken zu müssen. Dennoch bleibt er entschlossen, die Finanzierung von Männerberatungsstellen wie Vaterwelten in Krefeld voranzutreiben.

Die Idee von speziellen Männerräumen ist nicht völlig neu. Vor zwei Jahrzehnten trug der Torhüter Tim Wiese während Spiele pinkfarbene Kleidung – ohne auf Widerstand zu stoßen, was eine gewisse Lockerung der Geschlechtererwartungen zeigte. Doch als vor 16 Jahren ein ähnliches Projekt für Diskussionsgruppen für Männer vorgeschlagen wurde, scheiterte es am zu geringen Zuspruch.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Banaszaks neuer Vorstoß spiegelt die wachsende Sorge über die politische Ausrichtung junger Männer wider. Die Grünen hoffen, durch eine geschlechterpolitische Debatte, die Männer explizit einbezieht, der Anziehungskraft rechtsextremer Positionen entgegenwirken zu können. Ob dieser Ansatz Erfolg haben wird, bleibt abzuwarten.

Quelle