Baum wettert gegen VAR nach umstrittenem Elfmeter gegen Mainz 05
Mainz 05s Trainer Manuel Baum kritisiert VAR-System nach 0:2-Niederlage gegen Augsburg
FCA-Cheftrainer Manuel Baum hat nach der 0:2-Heimniederlage seines Teams gegen den 1. FSV Mainz 05 scharfe Kritik am Videoschiedsrichter (VAR) geübt. Auslöser war eine umstrittene Elfmeterentscheidung, die Baum für falsch hielt und die seiner Meinung nach hätte zurückgenommen werden müssen. Mittelfeldspieler Elvis Rexhbeçaj forderte unterdessen eine Rückkehr zum alten Schiedsrichtersystem ohne Videoassistenz.
Baum warf dem Unparteiischen vor, den Vorfall nicht ordnungsgemäß am Spielfeldrand-Monitor überprüft zu haben. Er bestritt, dass im VAR-Material ein Foul zu erkennen gewesen sei, und wies Spekulationen über einen nicht sichtbaren Regelverstoß zurück. Mainz' Abwehrspieler Stefan Bell hingegen sprach von einem "leichten Kontakt".
Schiedsrichter Patrick Ittrich verteidigte seine Entscheidung und begründete den Elfmeter mit seiner ursprünglichen Einschätzung sowie der anschließenden VAR-Prüfung. Trotz Baums Protesten blieb es bei dem Urteil.
Das VAR-System selbst wird unterschiedlich bewertet. Zwar hat es die Zahl der Fehlentscheidungen reduziert – im vergangenen Bundesliga-Jahr wurden 93 Prozent der Eingriffe als korrekt gewertet –, doch mehr als die Hälfte der Mannschaftskapitäne sieht seit der Einführung 2017/18 keine Verbesserung. Rund 62,5 Prozent der befragten Profis geben zwar zu, dass der Videoschiedsrichter die Spiele fairer gemacht habe, viele kritisieren jedoch die lange Dauer der Entscheidungsfindung.
Rexhbeçaj ging noch einen Schritt weiter: Er behauptete, Schiedsrichterfehler seien dem VAR-Irrtum vorzuziehen. Das System habe mehr Ungenauigkeiten eingeführt, als es behoben habe.
Baums Frust rührt von einer Reihe vermeintlich ungerechter VAR-Entscheidungen gegen den FC Augsburg her. Die Debatte über den Nutzen des Systems hält an, wobei Spieler und Trainer gespalten sind. Trotz statistischer Fortschritte bleibt die Kritik an Verzögerungen und wahrgenommenen Fehlurteilen weit verbreitet.