05 February 2026, 16:38

Bayerische Bierbranche kämpft um ihr Überleben nach historischem Einbruch

Ein Plakat, das ein Bierfest in Deutschland ankündigt, zeigt eine Gruppe von Menschen, einige halten Biergläser, im Hintergrund ein Fass und deutschen Text unten.

Bayerische Brauer in Not - Empörung über 'Alkoholpolitik' - Bayerische Bierbranche kämpft um ihr Überleben nach historischem Einbruch

Bayerische Bierbranche erlebt historischen Einbruch

Die bayerische Bierwirtschaft verzeichnete 2025 einen drastischen Rückgang – mit Einbußen bei Verkäufen und Exporten, die selbst die Verluste während der Pandemie übertrafen. Die Gesamtabsätze der regionalen Brauereien sanken um über fünf Prozent auf 22,5 Millionen Hektoliter, während auch die Ausfuhren nach Jahren als Ausgleich für die schwächelnde Binnennachfrage nachgaben. Branchenvertreter warnen nun vor einer beispiellosen Krise für die ikonischen Brauereien des Freistaats.

Der Abschwung in Bayern spiegelte dabei einen bundesweiten Trend wider. 2024 tranken die Deutschen im Schnitt weniger als 90 Liter Bier pro Kopf – der niedrigste Stand seit dem Zweiten Weltkrieg. 2025 schrumpften die Gesamtverkäufe der bayerischen Brauereien (ohne alkoholfreies Bier) um 5,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Exporte, einst eine wichtige Einnahmequelle, konnten die Lücke nicht schließen und hinterließen die Produzenten ohne finanziellen Puffer.

Hinzu kam, dass Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach am Neujahrstag eine "Dry-January"-Kampagne startete – aus Sicht der Brauer eine gezielte Abkehr von ihren Produkten. Georg Schneider, Präsident des Bayerischen Brauerbundes, warf Gesundheitsbehörden, Ernährungswissenschaftlern und Politikern vor, moderaten Alkoholkonsum pauschal zu dämonisieren. Seine Kritik fiel in eine Zeit, in der Deutschland das WHO-Ziel von 2022 erreichte, den reinen Alkoholkonsum um zehn Prozent zu senken – ein Meilenstein, der die Nachfrage weiter drückte.

Die Krise der Branche zeigte sich auch an ihrer schrumpfenden Größe: Erstmals sank die Zahl aktiver Brauereien in Bayern unter 600. Angesichts rückläufiger Absätze setzten viele Hersteller auf regionale Spezialbiere und alkoholfreie Alternativen, um neue Wachstumschancen zu finden. Schneider, der den Verband ein Jahrzehnt lang geführt hatte, kündigte für 2025 seinen Rücktritt an – die Branche steht damit an einem Scheideweg.

Die bayerische Bierwirtschaft durchlebt ihre schwerste Krise seit Jahrzehnten, mit Konsum- und Exportzahlen, die noch unter denen der Corona-Pandemie liegen. Die Hinwendung zu alkoholfreien Getränken und regionalen Produkten markiert einen strategischen Wandel. Doch mit weniger als 600 verbleibenden Brauereien könnte das langfristige Überleben des Sektors davon abhängen, wie gut er sich an einen rasant wandelnden Markt anpasst.