29 November 2025, 04:22

Bayerischer Bauernverband öffnet Vollmitgliedschaft für Landfrauen und bricht mit Traditionen

Ein Plakat mit Bildern von Frauen und begleitendem Text.

Neue Satzungen streben mehr Frauen in den Bauernverband ein - Bayerischer Bauernverband öffnet Vollmitgliedschaft für Landfrauen und bricht mit Traditionen

Der Bayerische Bauernverband hat beschlossen, seine Mitgliedschaftsregeln zu reformieren, um Landfrauen künftig als vollwertige Mitglieder aufzunehmen. Bisher wird die Organisation vor allem von Männern geführt, während Bäuerinnen nur einen nachgeordneten Status innehaben. Die Reform zielt darauf ab, dies zu ändern, indem alle Positionen beiden Geschlechtern offenstehen sollen.

Aktuell gibt es im Verband zwei getrennte Strukturen: einen politisch geprägten, männlich dominierten Hauptzweig und eine angegliederte Frauengruppe. Traditionell war die Mitgliedschaft automatisch an die Hofleitung geknüpft – eine Rolle, die häufig Männer innehaben. Dadurch blieben viele Bäuerinnen ohne volles Stimmrecht oder Führungsmöglichkeiten.

Die neue Satzung schafft diese automatische Regelung ab. Stattdessen erhalten nun Hofbetreiber, ihre Lebenspartner und sogar auf dem Hof lebende Kinder ohne zusätzliche Gebühren die volle Mitgliedschaft. Alle Funktionen im Verband – von lokalen Gremien bis zur Spitze – stehen künftig sowohl Männern als auch Frauen offen.

Falls Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber die Änderungen billigt, könnten diese bereits bei den Wahlen im Herbst in Kraft treten. Die Reform folgt der wachsenden Anerkennung der unverzichtbaren Rolle von Frauen in der Landwirtschaft und sichert ihnen eine formale Vertretung.

Die überarbeiteten Regeln beenden die historische Ausgrenzung von Bäuerinnen aus der Vollmitgliedschaft. Sobald die Änderungen umgesetzt sind, wird der Verband alle an der Hofarbeit beteiligten Familienmitglieder ohne Zusatzkosten aufnehmen. Die Neuerungen markieren einen Schritt hin zu gleichberechtigter Repräsentation in der bayerischen Agrarführung.