Forschungsprojekt beleuchtet die Rolle der Justiz im NS-Regime - Bayreuths dunkles Erbe: Wie die Justiz im NS-Regime funktionierte
Ein langjähriges Forschungsprojekt am Landgericht Bayreuth bringt die Rolle der Justiz während der NS-Zeit ans Licht. Wissenschaftler der Universität Bayreuth haben über fünf Jahre lang untersucht, wie die Gerichte unter dem Regime funktionierten. Ihre Erkenntnisse werden bald der Öffentlichkeit zugänglich gemacht – über eine eigens eingerichtete Website sowie interaktive Ausstellungen direkt im Gerichtsgebäude.
Das Bayreuther Justizsystem nahm im nationalsozialistischen Deutschland eine besondere Stellung ein: Die Stadt beherbergte sowohl ein Sondergericht als auch einen Volksgerichtshof – Institutionen, die die brutale Politik des Regimes durchsetzten. Anfang 1945 spitzte sich die Lage weiter zu, als Hunderte politische Gefangene nach Bayreuth verlegt wurden, nachdem alliierte Bombenangriffe den Berliner Volksgerichtshof zerstört hatten.
Die Forschungsergebnisse werden der Öffentlichkeit über Online-Ressourcen und vor-Ort-Ausstellungen präsentiert. Ziel ist es, die Funktionsweise der Bayreuther Gerichte unter der NS-Herrschaft zu dokumentieren und die Betroffenen sichtbar zu machen. Eine Gedenktafel und die interaktiven Installationen sollen als dauerhafte Mahnmale für die Opfer dienen – und zugleich die Notwendigkeit wachsam zu bleiben, um Ungerechtigkeit entgegenzutreten.