09 February 2026, 10:22

Betrugsring täuscht Sprachtests für Einbürgerungen in Deutschland vor

Ein altes deutsches Aktienzertifikat mit rotem Rand und weißem Hintergrund, das den Text 'Louis Spohr - Zweites Deutsches Lieder' trägt.

Betrug bei deutschen und Einbürgerungstests: Mehrere Festnahmen - Betrugsring täuscht Sprachtests für Einbürgerungen in Deutschland vor

Die Nürnberger Polizei hat einen flächendeckenden Betrugsring aufgedeckt, der sich auf Sprach- und Einbürgerungstests in Deutschland spezialisiert hatte. Hinter der Masche steckte die Anwerbung muttersprachlicher Deutschsprecher, die Prüfungen im Auftrag von Migranten ablegen sollten – diese strebten damit einen Aufenthaltstitel oder die Staatsbürgerschaft in Deutschland an. Die Ermittler gehen davon aus, dass das Netzwerk bundesweit aktiv ist; Dutzende Fälle werden derzeit untersucht.

Im Mittelpunkt des Betrugs stand die Herstellung gefälschter Ausweisdokumente. Die Strohmänner nutzten eigene Fotos, kombiniert mit den persönlichen Daten der eigentlichen Prüflinge. Mit diesen manipulierten Papieren konnten sie die Tests im Namen der Migranten absolvieren, die später echte Zertifikate auf Basis der erschlichenen Ergebnisse erhielten.

Die Prüfer stellten ahnungslos offizielle Bestätigungen aus, die anschließend für Aufenthaltsgenehmigungen oder Einbürgerungen in Deutschland verwendet wurden. Die Gebühren für jede Ersatzprüfung lagen je nach Fall zwischen 2.500 und 6.000 Euro.

Bereits im Dezember wurden in Nordrhein-Westfalen zehn Personen erwischt, die als Prüfungs-Stellvertreter in einer Sprachschule auftraten. Einen Monat später wurde ein 22-jähriger Deutscher festgenommen, als er versucht haben soll, eine weitere Ersatzprüfung in Deutschland abzulegen. Der Hauptverdächtige, ein 39-jähriger Iraker, sitzt in Untersuchungshaft.

Die Ermittler rechnen bundesweit mit einer "hohen zweistelligen Zahl" weiterer Fälle. Wie viele Festnahmen oder Anklagen es letztlich geben wird, bleibt jedoch unklar – die Untersuchungen laufen noch.

Das Betrüger-Netzwerk setzte auf gefälschte Dokumente und bezahlte Strohmänner, um Prüfungsbehörden in Deutschland zu täuschen. Die echten Zertifikate dienten anschließend als Grundlage für legale Aufenthaltsrechte in Deutschland. Die Behörden arbeiten weiterhin daran, das volle Ausmaß der Machenschaft zu ermitteln, während die Ermittlungen landesweit ausgeweitet werden.