24 February 2026, 21:37

Beutin wirft CDU/CSU "geistige Mittäterschaft" vor – und entfacht historischen Eklat

Ein Propagandaplakat der NSDAP mit zwei Männern auf einem Sofa und Textinformationen zur Partei.

Beutin wirft CDU/CSU "geistige Mittäterschaft" vor – und entfacht historischen Eklat

Ein heftiger politischer Streit ist entbrannt, nachdem der Bundestagsabgeordnete Lorenz Gösta Beutin von der Linken führenden CDU/CSU-Politikern "geistige Mittäterschaft" mit dem Faschismus vorgeworfen hat. Die Vorwürfe erfolgten als Reaktion auf Äußerungen beim 38. CDU-Parteitag in Stuttgart, wo Bundeskanzler Friedrich Merz die Linke laut Berichten mit der rechtsextremen AfD verglichen haben soll.

Beutin, ein ausgebildeter Historiker mit Schwerpunkt Nationalsozialismus, kritisierte Merz, den CSU-Vorsitzenden Markus Söder und den Fraktionschef von CDU/CSU, Jens Spahn, in den sozialen Medien scharf. Er warf den Konservativen vor, historisch den Aufstieg Hitlers ermöglicht und das Ermächtigungsgesetz unterstützt zu haben – und heute rechtsextreme Rhetorik zu übernehmen. In seinem Beitrag erwähnte er nicht, dass auch viele Konservative unter dem NS-Regime litten.

Während des Parteitags soll Spahn die Linke-Co-Vorsitzende Heidi Reichinnek mit dem ehemaligen DDR-Staatschef Erich Honecker verglichen haben. Beutin warf Söder zudem vor, AfD-typische Angriffe zu übernehmen, indem er Nichtregierungsorganisationen ins Visier nehme und sogenannte rechte Falschmeldungen verbreite.

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Auf die Frage, ob die CDU/CSU als "rechtsextremer Verdachtsfall" eingestuft werden könne, forderte Beutin die Parteien auf, zu demokratischen Prinzipien zurückzukehren. Er betonte, "die Geschichte mahnt uns zur Wachsamkeit" – ein Verweis auf seine Masterarbeit über seinen Großonkel, den Historiker Ludwig Beutin, dessen ideologische Wandlungen vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg seine eigene Perspektive prägten.

Die CDU/CSU hat sich bisher nicht öffentlich zu Beutins Vorwürfen geäußert.

Der Schlagabtausch unterstreicht die zunehmenden Spannungen zwischen der Linken und der Union. Beutins historische Argumente und direkten Anschuldigungen haben die Debatte über politische Rhetorik und ihre Parallelen zur deutschen Vergangenheit weiter angeheizt. Von den beschuldigten Politikern liegen bisher keine weiteren Stellungnahmen vor.