"Skandal in der Diözese" - Ehemaliger Bischof gibt im Prozess Auskunft - Bischof Hanke tritt nach 60-Millionen-Dollar-Finanzskandal zurück
Der ehemalige Bischof Gregor Maria Hanke von Eichstätt ist nach 18 Jahren im Amt zurückgetreten. Sein Rückzug folgt Enthüllungen über Finanzmissmanagement im Bistum, darunter riskante US-Immobiliengeschäfte in Höhe von 60 Millionen Dollar. Der Skandal hat zudem zu Strafanzeigen gegen einen Immobilienentwickler und einen früheren Finanzdirektor geführt.
Die finanziellen Probleme kamen erstmals 2018 ans Licht, als Hanke eine Transparenzinitiative startete und eine Strafanzeige erstattete. Bei seiner Aussage vor dem Landgericht München II am 17. März 2026 räumte er ein, dass übermäßiges Vertrauen innerhalb des Bistums die Kontrollmechanismen geschwächt habe. Er gestand persönliche Versäumnisse bei der Überwachung von fast 60 Millionen Dollar an spekulativen Krediten zwischen 2014 und 2016 ein.
Hanke behauptete, er habe die problematischen Investitionen erst nach deren Tätigung entdeckt. Gleichzeitig gab er zu, dass die Finanzabteilung des Bistums zu eigenständig agiert habe, was "blinde Flecken" in der Aufsicht geschaffen habe. Der Vermögensverwaltungsrat sei vor allem mit internen Mitgliedern besetzt gewesen, denen die Fachkenntnis gefehlt habe, um hochriskante Geschäfte zu bewerten.
Der Fall hat sich mittlerweile über das reine Finanzmissmanagement hinaus ausgeweitet. Gegen einen Immobilienentwickler wird nun wegen Untreue und Bestechung ermittelt, während dem früheren stellvertretenden Finanzdirektor des Bistums Untreue und Bestechlichkeit vorgeworfen wird. Hanke räumte ein, er habe trotz offensichtlicher Mängel zu viel Vertrauen in das System gesetzt.
Das Bistum steht nun vor den Folgen jahrelanger unkontrollierter Finanzentscheidungen. Hankes Rücktritt markiert das Ende einer Ära, doch die juristischen Verfahren gegen weitere Beteiligte laufen weiter. Der Skandal hat tiefe strukturelle Schwächen offenbart – sowohl bei der Verwaltung der Bistumsinvestitionen als auch bei den internen Kontrollmechanismen.






