06 May 2026, 16:14

BMW-Chef warnt vor Handelskonflikt und unrealistischen E-Auto-Zielen der EU

Plakat wirbt mit einer Steuergutschrift von bis zu 7.500 USD für den Kauf eines neuen oder gebrauchten Elektrofahrzeugs im Jahr 2023.

BMW-Chef warnt vor Handelskonflikt und unrealistischen E-Auto-Zielen der EU

BMW-Aufsichtsratschef Nicolas Peter äußert sich zu Handelskonflikt und E-Auto-Zielen

Der Vorsitzende des BMW-Aufsichtsrats, Nicolas Peter, hat sich zu zwei zentralen Herausforderungen der Automobilbranche geäußert: den Handelsspannungen zwischen den USA und der EU sowie dem europäischen Vorstoß für Elektrofahrzeuge. Seine Stellungnahme erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem US-Präsident Donald Trump die Zölle auf europäische Autoimporte erhöht, während BMW warnt, dass zu strenge Dekarbonisierungspläne der europäischen Automobilindustrie schaden könnten.

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Peter gab zudem eine Einschätzung zur Verbreitung von Elektroautos ab und prognostizierte, dass die Nachfrage zwar steigen werde, die ehrgeizigen EU-Ziele für 2035 jedoch verfehlt werden dürften.

Handelsstreit eskaliert – Peter mahnt zu Kompromiss Der Handelskonflikt zwischen den USA und der EU verschärfte sich, nachdem Präsident Trump die Zölle auf europäische Autoimporte von 15 auf 25 Prozent angehoben hatte. Trump warf der EU vor, ihre Zusagen aus einer im vergangenen August getroffenen Vereinbarung nicht erfüllt zu haben. Peter hingegen betonte, dass auch die EU eine Mitverantwortung für die anhaltenden Spannungen trage. Trotz der Differenzen verwies er darauf, dass beide Seiten weit mehr gemeinsame Interessen hätten, als öffentliche Äußerungen suggerieren. Er forderte eine zügige Ratifizierung des Handelsabkommens, um die wirtschaftliche Belastung zu verringern.

Skepsis bei EU-E-Auto-Zielen für 2035 Zur europäischen Elektroauto-Offensive äußerte Peter Zweifel an dem EU-Ziel, bis 2035 ausschließlich emissionsfreie Neuwagen zuzulassen. Seiner Einschätzung nach werde der Anteil selbst bis dahin nicht einmal 90 Prozent erreichen – auch wenn er erwartet, dass auf Basis der aktuellen Trends mehr als die Hälfte der Kundschaft rein batteriebetriebene Modelle bevorzugen werde. Die Annahme, hohe Spritpreise könnten den Wandel beschleunigen, wies er als unwirksamen Hebel zurück.

Kritisch äußerte sich Peter auch zu Plug-in-Hybriden: Viele Fahrer nutzten den elektrischen Modus kaum, weshalb er strengere Kontrollen fordere. Zwar bekräftigte er BMWs Engagement für die Dekarbonisierung, warnte jedoch, dass der aktuelle Kurs die europäische Automobilindustrie schwächen statt stärken könnte.

Spagat zwischen Handel und Klimazielen Peters Aussagen unterstreichen sowohl die wirtschaftlichen Risiken des transatlantischen Zollstreits als auch die praktischen Hürden der europäischen E-Auto-Vorgaben. Während er zu engerer handelspolitischer Zusammenarbeit aufruft, warnt er zugleich vor den möglichen Gegenwirkungen überstürzter Dekarbonisierungsmaßnahmen. Die Ergebnisse dieser Debatten werden die Zukunft des europäischen Automarkts und seine globale Wettbewerbsfähigkeit maßgeblich prägen.

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