Boris Rhein fordert schlagkräftigere Bundeswehr und europäische Eigenständigkeit vor Münchner Sicherheitskonferenz
Elias BraunBoris Rhein fordert schlagkräftigere Bundeswehr und europäische Eigenständigkeit vor Münchner Sicherheitskonferenz
Vor seinem ersten Auftritt auf der Münchner Sicherheitskonferenz hat Hessens Ministerpräsident Boris Rhein zu einer Stärkung der militärischen Verteidigung und einer größeren europäischen Eigenständigkeit aufgerufen. In Wiesbaden betonte er den direkten Zusammenhang zwischen Sicherheit und wirtschaftlichem Wachstum – Stabilität sei entscheidend für Investitionen und Wettbewerbsfähigkeit.
Rhein strukturierte seine Forderungen um zwei zentrale Punkte: eine schlagkräftigere Bundeswehr und ein selbstbestimmtes Europa. Er unterstrich, dass Deutschland als größte Volkswirtschaft und bevölkerungsreichstes Land des Kontinents eine Führungsrolle in der Verteidigung übernehmen müsse. Sein unter dem Titel "Deutschland-Garantie" vorgestellter Plan verknüpft Sicherheitspolitik mit wirtschaftlichen Maßnahmen, darunter ein Paket für Einsatzbereitschaft und Wachstum in der Rüstungsindustrie.
Bisher sind keine früheren Initiativen Rheins zur Stärkung der Bundeswehr oder zur Gestaltung der europäischen Sicherheitspolitik dokumentiert. Nun jedoch argumentiert er, Europa stehe vor der Wahl, seine Zukunft selbst zu sichern oder externen Mächten die Richtung vorgeben zu lassen.
Der Ministerpräsident löste zudem eine Debatte über eine europäische nukleare Abschreckung aus. Angesichts der aktuellen Sicherheitslage bezeichnete er Abschreckung als erneut entscheidend und forderte Europa auf, eigene Antworten auf neue Bedrohungen zu entwickeln.
Auf der Konferenz will Rhein Hessen als politischen Impulsgeber in Sicherheitsfragen positionieren. Geplante Gespräche mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und dem kroatischen Ministerpräsidenten Andrej Plenković drehen sich um die sich wandelnde globale Ordnung und Europas strategische Optionen.
Rheins Rede ebnet den Weg für sein Debüt auf der Münchner Sicherheitskonferenz, wo er für eine selbstbewusstere deutsche und europäische Verteidigungspolitik werben wird. Seine Forderungen nach einer Verknüpfung von Wirtschaft und Sicherheit sowie einer stärkeren Bundeswehr kommen zu einer Zeit wachsender geopolitischer Unsicherheit in Europa. Die Treffen mit von der Leyen und Plenković dürften die weiteren Diskussionen über die strategische Ausrichtung des Kontinents prägen.