Brandenburgs Schulen steuern auf die Krise zu – wer trägt die Schuld?
Johanna MüllerBrandenburgs Schulen steuern auf die Krise zu – wer trägt die Schuld?
Brandenburgs neuer Bildungsminister Gordon Hoffmann (CDU) hat vor einer sich verschärfenden Krise an den Schulen gewarnt. Ein Rekordmangel an Lehrkräften und jüngste Haushaltskürzungen haben die bestehenden Probleme weiter zugespitzt. Unterdessen hat sich die Sahra-Wagenknecht-Allianz (BSW) gegen ihren ehemaligen Koalitionspartner, die SPD, gestellt – Grund sind versagte Bildungspolitik.
Die aktuellen Engpässe gehen auf Entscheidungen der vorherigen SPD-BSW-Regierung zurück. Im Jahr 2025 strich deren Haushalt 345 Vollzeitstellen für Lehrkräfte. Zudem führte sie im zweiten Schulhalbjahr eine zusätzliche Wochenstunde für die meisten Lehrkräfte ein.
Hoffmann macht diese Kürzungen für die Verschärfung des Lehrkräftemangels verantwortlich. Doch Friederike Benda, Landesvorsitzende der BSW, wies seine Vorwürfe als "lächerlich" zurück. Sie argumentierte, dass die Probleme im Brandenburgischen Bildungssystem nicht erst in den letzten zwölf Monaten begonnen hätten.
Stattdessen verwies Benda auf drei Jahrzehnte der Fehlentscheidungen von CDU und SPD gleichermaßen. Die BSW hatte die Bildungspläne der SPD zunächst unterstützt, räumt nun aber ein, dass dies ein Fehler gewesen sei. Sowohl die Stellenstreichungen als auch die zusätzliche Unterrichtsstunde gingen auf den damaligen SPD-Bildungsminister Steffen Freiberg und den früheren Finanzminister Robert Crumbach zurück.
Der Streit lässt Brandenburgs Schulen unter wachsendem Druck zurück. Mit weniger Lehrkräften und steigenden Arbeitsbelastungen kämpft das System ums Überleben. Hoffmanns Warnungen deuten darauf hin, dass keine schnelle Lösung in Sicht ist.






