Bundesregierung fordert mehr Geld von Netflix, **Amazon Prime** und **Sky** für europäische Produktionen
Hannah BöhmBundesregierung fordert mehr Geld von Netflix, **Amazon Prime** und **Sky** für europäische Produktionen
Die deutsche Bundesregierung drängt auf eine neue Vereinbarung mit den großen Streamingdiensten und Sendern, um die Finanzierung deutscher und europäischer Produktionen zu stärken. Verhandelt wird derzeit mit Unternehmen wie DAZN, Sky, Netflix und Amazon Prime Video, die den Markt durch ihre Kontrolle über zentrale Sport- und Unterhaltungsrechte dominieren. Sollten die Gespräche scheitern, haben Beamte bereits mit strengeren gesetzlichen Regelungen gedroht.
Die geplanten Maßnahmen zielen darauf ab, was Minister als "Trittbrettfahren" großer Technologiekonzerne auf Kosten des europäischen Kultur- und Journalismusangebots bezeichnen. Eine neue Abgabe auf digitale Plattformen könnte bald eingeführt werden, um notleidende Medien- und Kreativbranchen in der Region zu unterstützen.
Im Mittelpunkt der Verhandlungen stehen freiwillige Zusagen der größten Akteure der Branche. DAZN und Sky halten bedeutende Übertragungsrechte für die Bundesliga und die Champions League, während Netflix und Amazon Prime Video im globalen Streamingmarkt führend sind. Ihre Beteiligung gilt als entscheidend, um die Investitionen in lokale Film- und Fernsehproduktionen zu erhöhen.
Gleichzeitig finalisiert die Regierung die Details einer umfassenderen "Plattformabgabe", die für große Digitalkonzerne gelten soll. Rechtliche und wirtschaftliche Aspekte – darunter EU-Vorschriften und verfassungsrechtliche Bedenken – werden vor einer endgültigen Entscheidung sorgfältig abgewogen. Die Einnahmen aus dieser Abgabe sollen dem Erhalt unabhängiger Medien und der Förderung kultureller Projekte dienen.
Falls sich Streaminganbieter und Sender weigern, freiwillige Verpflichtungen einzugehen, haben die Minister klar gemacht, dass verbindliche Gesetze erlassen werden. Das übergeordnete Ziel besteht darin, Deutschland und Europa zu stärkeren Produktionsstandorten für Filme und Serien auszubauen und so ein langfristiges Wachstum der Branche zu sichern.
Das Ergebnis dieser Gespräche wird entscheiden, ob die Branche mit neuen Regulierungen oder einer kooperativen Lösung konfrontiert wird. Die durch die Abgabe oder freiwillige Zusagen generierten Mittel sollen dazu beitragen, die Medienvielfalt und kreativen Leistungen zu erhalten. Die Haltung der Regierung zeigt eine klare Position gegen das, was sie als Ausbeutung europäischen Contents durch globale Tech-Riesen ansieht.