Bundesregierung plant Abschiebungen junger Syrer – Streit über Sicherheit und Moral
Admin UserBundesregierung plant Abschiebungen junger Syrer – Streit über Sicherheit und Moral
Die deutsche Bundesregierung überprüft ihre Haltung zu syrischen Asylbewerbern. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hat vorgeschlagen, den Kreis der nach Syrien zurückzuführenden Personen zu erweitern – darunter junge, arbeitsfähige, ledige Männer sunnitischen Glaubens. Dieser Schritt folgt der Aufhebung des Moratoriums für Entscheidungen über syrische Asylanträge Ende September. Dobrindts Plan hat unter Politikern eine Debatte ausgelöst. Alexander Throm, innenpolitischer Sprecher der Unionsparteien, sieht keine Bedenken, sunnitische Araber nach Syrien zurückzuschicken. Filiz Polat von den Grünen und Clara Bünger von der Linken argumentieren hingegen, Syrien sei weder sicher noch stabil genug für Abschiebungen. Sonja Eichwede von der SPD erkennt zwar die Überprüfung der Asylanträge an, unterstützt die Abschiebungen aber nicht ausdrücklich. Zunächst soll der Fokus auf der Abschiebung von Straftätern und Personen ohne Aufenthaltsrecht liegen, wie Dobrindt ankündigte. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) begrüßt diese Initiative. Auch Alexander Throm spricht sich für eine Begrenzung neuer Geflüchteter aus. Gottfried Curio, innenpolitischer Sprecher der AfD, ist der Ansicht, dass Flüchtlinge nach Ende der Krise zurückkehren sollten. Der Asylrechtsexperte Daniel Thyrm nachvollzieht die Priorisierung des Ministeriums angesichts der aktuellen Lage in Syrien für ledige sunnitische Männer. Die Bundesregierung treibe demnach Abschiebungen nach Syrien voran, wobei Überprüfungsverfahren für Personen, deren Flüchtlingsstatus entzogen wurde, wiederaufgenommen würden – beginnend mit jungen Männern.