12 March 2026, 18:15

Chiemsee steht vor historischer Bürgermeister-Neuwahl nach überraschendem Wahlergebnis

Eine Schwarz-Weiß-Zeichnung einer kleinen Stadt in einem Tal, umgeben von Bäumen und Hügeln, mit dem Text "Bayern, Deutschland, 1857" oben.

Bürgermeister verfehlt Mehrheit - Chiemsee muss erneut wählen - Chiemsee steht vor historischer Bürgermeister-Neuwahl nach überraschendem Wahlergebnis

Chiemsee, Bayerns kleinste Gemeinde, muss Bürgermeisterwahl wiederholen

Nach dem scheidenden Amtsinhaber Armin Krämmer die absolute Mehrheit verfehlte, steht im bayerischen Chiemsee eine Neuwahl des Bürgermeisters an. Obwohl er als einziger offizieller Kandidat antrat, schrieben mehr als die Hälfte der Wähler andere Namen auf den Stimmzettel. Das überraschende Ergebnis erzwingt nun eine Wiederholungswahl, voraussichtlich im Juni.

Die Abstimmung fand am 8. März im Rahmen der bayerischen Kommunalwahlen statt. In der nur 170 Einwohner zählenden Gemeinde Chiemsee gingen 80 Prozent der 144 Wahlberechtigten an die Urnen. Doch Krämmer, der bereits eine Amtszeit absolviert hatte, erreichte nicht die erforderlichen 50 Prozent der Stimmen.

Der langjährige Gemeinderat Michael Lanzinger setzte sich als meistgewählter Alternativkandidat durch und erhielt 21,5 Prozent der Stimmen. Er lehnte jedoch eine Stichwahl gegen Krämmer ab – ein Schritt, der an ähnliche Fälle in Bayern erinnert, etwa in Hiltpoltstein (Oberfranken), wo Kandidaten ebenfalls auf eine zweite Runde verzichteten.

Zwar sind Stichwahlen oder freie Namensnennungen in kleinen Gemeinden unter Verwaltungsgemeinschaften nicht ungewöhnlich. Doch Chiemsees Situation ist selten: Noch nie zuvor war hier eine Neuwahl nötig. In den meisten bayerischen Kommunen mit nur einem Kandidaten oder vielen Alternativstimmen – wie etwa der CSU in Dillingen an der Donau (95,2 Prozent) oder der SPD in Ebersberg (77,9 Prozent) – gab es bereits im ersten Wahlgang einen Sieger. Von 275 größeren Gemeinden und Landkreisen mussten nur 128 eine Stichwahl durchführen, weil kein Bewerber die 50-Prozent-Hürde nahm.

Die Neuwahl wird voraussichtlich im Juni stattfinden und den Bürgern eine zweite Chance geben, ihren Bürgermeister zu wählen. Ohne Skandal oder Kontroverse hängt das Ergebnis nun davon ab, ob Krämmer breitere Unterstützung gewinnt oder ob sich ein neuer Kandidat bewirbt. Der Fall zeigt, dass selbst kleine Gemeinden vor unerwarteten Wahlherausforderungen stehen können.

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