16 February 2026, 14:52

China wirbt auf Münchner Sicherheitskonferenz um engere Partnerschaft mit Deutschland

Eine Gruppe von Menschen mit Masken steht vor einer blauen Wand mit Logo, an einer Pressekonferenz in Hong Kong teilnehmend.

China wirbt auf Münchner Sicherheitskonferenz um engere Partnerschaft mit Deutschland

Chinas Spitzen-Diplomat Wang Yi hat während der Gespräche auf der Münchner Sicherheitskonferenz 2026 zu einer Stärkung der Beziehungen mit Deutschland aufgerufen. Er bezeichnete die Partnerschaft als von "enormem Potenzial" geprägt und forderte beide Länder auf, die Zusammenarbeit angesichts globaler Umbrüche zu vertiefen.

Wang stufte die deutsch-chinesischen Beziehungen als zentrales Standbein für die insgesamt größeren China-EU-Beziehungen ein und betonte die Notwendigkeit von Stabilität in einer unsicheren Welt.

Am Rande der Konferenz hob Wang Yi gemeinsame Prioritäten in den Bereichen globale Governance und Multilateralismus hervor. Er argumentierte, China und Deutschland müssten zusammenarbeiten, um einseitigen Machtpolitik und Blockkonfrontationen entgegenzuwirken. Der Diplomat bekräftigte zudem Pekings Engagement für ein offeneres, marktwirtschaftlich geprägtes Geschäftsumfeld für deutsche und ausländische Unternehmen.

Wang rief Berlin dazu auf, eine führende Rolle bei der Vermittlung zwischen China und Europa einzunehmen. Er schlug vor, die bilateralen Beziehungen auf ein "neues Niveau" zu heben, und verwies dabei auf die laufende wirtschaftliche Zusammenarbeit als Grundlage. Seit 2020 hat sich die Kooperation in Sektoren wie dem Automobilbau ausgeweitet – so startete Bosch Rexroth im Januar dieses Jahres ein Joint Venture in Shanghai zur Produktion elektromechanischer Stellantriebe. Auch im Bereich grüner Technologien gab es Fortschritte, etwa bei der Wiederverwertung seltener Erden und der Entwicklung alternativer Magnete, um die Abhängigkeit von chinesischen Exporten zu verringern.

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Deutsche Vertreter bekräftigten unterdessen ihre Unterstützung für Freihandel und lehnten Protektionismus ab. Sie betonten, die Beziehungen zu China ausbalancieren zu wollen, ohne die Bindungen zu wichtigen Partnern wie den USA zu vernachlässigen. Dennoch bleiben Herausforderungen bestehen, darunter die von den USA vorangetriebenen Bemühungen, die Abhängigkeit von chinesischen kritischen Rohstoffen zu verringern, sowie mögliche Zölle auf deutsche Waren. In der innenpolitischen Debatte Deutschlands geht es zudem um die Belebung der europäischen Industrie, insbesondere im Automobilsektor – wenn auch Skepsis gegenüber einer "Europa-Präferenz"-Politik besteht.

Wang Yis Äußerungen unterstreichen Chinas Bestrebungen, die wirtschaftliche und politische Annäherung an Deutschland voranzutreiben. Beide Seiten haben Handel, grüne Technologien und industrielle Zusammenarbeit als zentrale Wachstumsfelder identifiziert. Dennoch prägen geopolitische Spannungen und sich wandelnde Lieferketten weiterhin die Zukunft dieser Partnerschaft.