China wirbt in München um enge Partnerschaft mit Europa statt Rivalität
Hannah BöhmChina wirbt in München um enge Partnerschaft mit Europa statt Rivalität
Chinas Außenminister Wang Yi nahm an der Münchner Sicherheitskonferenz teil, um sich für eine stärkere globale Zusammenarbeit einzusetzen. Dort traf er mit europäischen Spitzenpolitikern zusammen, darunter Bundeskanzler Friedrich Merz, und betonte die Bedeutung des Multilateralismus in einer sich wandelnden Weltordnung. In seinen Äußerungen positionierte er China als Partner Europas – nicht als Konkurrent.
Wang begann mit der Beschreibung Chinas und Europas als Partner und wies die Vorstellung zurück, sie seien "systemische Rivalen". Zwar räumte er Unterschiede zwischen beiden Seiten ein, doch dürften diese seiner Ansicht nach nicht zu Konfrontation führen. Stattdessen plädierte er für Dialog und Zusammenarbeit bei gemeinsamen Herausforderungen.
Während der Konferenz forderte Wang die großen Mächte auf, mit gutem Beispiel voranzugehen und Multilateralismus zu praktizieren. Er kritisierte den Aufstieg unilateraler Handlungen und eine "Recht-des-Stärkeren"-Mentalität in der globalen Politik. Die Stärkung des Systems der Vereinten Nationen sei eine zentrale Priorität, um eine gerechtere und wirksamere Governance zu gewährleisten, so der Minister.
Thematisiert wurden auch die Wirtschaftsbeziehungen: Wang bekräftigte Chinas Engagement für ein hohes Maß an Offenheit und hofft auf ein faires Geschäftsumfeld für chinesische Unternehmen in Deutschland. Zu den USA-China-Beziehungen rief er Washington zu einem "positiven und pragmatischen" Ansatz auf.
In seinen Gesprächen mit europäischen Führungskräften lag der Fokus auf der Vertiefung der Zusammenarbeit, der Ablehnung von Unilateralismus und der Förderung einer multipolaren Weltordnung. China, so Wangs Argumentation, bleibe für Europa ein verlässlicher Partner – besonders vor dem Hintergrund sich ändernder US-Politik.
Wang Yi nutzte seinen München-Besuch, um Chinas Werben für Multilateralismus und stabile Beziehungen zu Europa zu unterstreichen. Die Gespräche umfassten Handel, globale Governance und die Notwendigkeit von Kooperation trotz bestehender Differenzen. Seine Forderungen nach einem gerechteren internationalen System und einer konstruktiven US-Politik gaben den Ton für künftige diplomatische Initiativen vor.






