Daniel Küblböcks tragisches Erbe: Wie Lana Kaiser zur queeren Ikone wurde
Johanna MüllerSieben Jahre nach seinem Tod: ARD-Doku erzählt die Lebensgeschichte des 'DSDS'-Stars - Daniel Küblböcks tragisches Erbe: Wie Lana Kaiser zur queeren Ikone wurde
Daniel Küblböck – als 'queere Ikone' in Deutschland bekannt – verschwand am 9. September 2018 während einer Kreuzfahrt vor Neufundland. Sein Tod wurde erst über zwei Jahre später, am 22. Februar 2021, offiziell bestätigt. Ein neuer Dokumentarfilm beleuchtet nun sein Leben, seine Kämpfe und das Erbe, das er unter seinem gewählten Namen Lana Kaiser hinterließ.
Küblböck wurde zunächst durch Germany’s Next Topmodel bekannt, sah sich aber bald massiver öffentlicher Kritik und medialer Hetze ausgesetzt. Damals wurde spekuliert, er leide an einer Persönlichkeitsstörung; unerbittliche Schikanen trieben ihn aus der Öffentlichkeit. Freunde enthüllten später, dass er sich vor seinem Tod als trans identifiziert und den Namen Lana Kaiser angenommen hatte.
Der Film Die Küblböck-Story: Your Lana Kaiser erzählt nun behutsam seine Geschichte. Unter der Regie von Sandra Maischberger und mit Beiträgen der Journalistin Carolin Emcke verwendet der Film je nach Zeitabschnitt unterschiedliche Namen und Pronomen – so, wie die Interviewpartner Küblböck kannten. Wegbegleiter wie Familie, Freunde und Produzenten von NDR/Arte rekonstruieren seinen Werdegang.
In seinen letzten Jahren kehrte Küblböck kurzzeitig mit maskulinerem Auftreten zurück, was enge Vertraute wie Olivia Jones als Fluchtversuch vor dem Hass deuten. Andere, etwa Lucy Diakovska, sind überzeugt: Als Lana Kaiser hätte er Akzeptanz gefunden und heute eine starke Stimme der queeren Community sein können. Ricardo Simonetti nennt sein Leben gar eine 'Empowerment-Geschichte' – trotz des tragischen Endes.
Freunde erinnern sich, wie zerrüttet Küblböck während der fatalen Kreuzfahrt wirkte. Homophobe Bemerkungen anderer Passagiere setzten ihm schwer zu, ließen ihn 'am Rand des Abgrunds' stehen, wie Olivia Jones, eine langjährige Freundin, berichtet. Bis heute macht sie sich Vorwürfe, seinen Tod nicht verhindert zu haben.
Der Dokumentarfilm bietet nun die Chance, Küblböcks Leben jenseits der Skandale zu würdigen. Seine Geschichte – geprägt von Leid und Widerstandskraft – berührt noch immer viele in der queeren Community. Der Film sichert sein Vermächtnis als Lana Kaiser für die Zukunft.