Dehoga: Mindestlohnerhöhung macht Gastronomie-Steuerentlastung zunichte
Elias BraunDehoga: Mindestlohnerhöhung macht Gastronomie-Steuerentlastung zunichte
Dehoga: Mindestlohnerhöhung macht Steuerentlastung für Gastronomie zunichte
Teaser: Die zum 1. Januar 2026 beschlossene Senkung der Mehrwertsteuer in der Gastronomie wird durch die Erhöhung des Mindestlohns ausgeglichen – und führt damit nicht zu sinkenden Preisen, wie Branchenvertreter berichten.
„Mit der Steuerentlastung können wir lediglich die Kostensteigerungen auffangen“, sagte Thomas Geppert, Landesgeschäftsführer des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) Bayern, gegenüber der „Bild“ (Samstagsausgabe).
19. Dezember 2025, 23:03 Uhr
Eine geplante Senkung der Mehrwertsteuer für die Gastronomiebranche ab 2026 wird voraussichtlich nicht zu günstigeren Preisen für Gäste führen. Denn zeitgleich mit der Steuererleichterung steigt der Mindestlohn – und setzt Restaurants und Hotels unter Druck. Branchenvertreter warnen, dass die Steuersparnisse durch höhere Lohnkosten aufgezehrt werden, statt den Verbrauchern zugutekommen.
Ab dem 1. Januar 2026 sinkt der Mehrwertsteuersatz auf Speisen in der Gastronomie dauerhaft von 19 auf 7 Prozent. Die Maßnahme soll die finanzielle Belastung der Betriebe verringern. Doch parallel dazu erhöht sich der gesetzliche Mindestlohn von 12,82 auf 13,90 Euro pro Stunde.
Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) macht deutlich, dass die Steuerentlastung nicht zu günstigeren Mahlzeiten oder Dienstleistungen führen werde. Stattdessen würden die zusätzlichen Kosten durch die Lohnerhöhung die Einsparungen auffressen. Patrick Rothkopf, Präsident des Dehoga Nordrhein-Westfalen, betonte den massiven Kostendruck, dem die Branche durch den höheren Mindestlohn ausgesetzt sei. Thomas Geppert, Landesgeschäftsführer des Dehoga Bayern, pflichtete ihm bei: Die Mehrwertsteuersenkung diene allein dazu, die steigenden Ausgaben auszugleichen – nicht aber, um die Preise für die Gäste zu senken. Ohne Spielraum für Rabatte werden Verbraucher von der Steuerreform voraussichtlich kaum profitieren.
Da die Senkung der Mehrwertsteuer mit der Erhöhung des Mindestlohns zusammenfällt, bleibt für Preissenkungen kaum Raum. Restaurants und Hotels werden die Steuervorteile nutzen müssen, um die gestiegenen Personalkosten zu decken. Für Gäste bedeutet das: Beim Essen gehen wird es ab 2026 voraussichtlich nicht günstiger.