13 April 2026, 16:15

Demokratie-Programm Demokratie leben! vor radikaler Reform – Bildungszentren in Existenznot

Altes Buch mit einer Illustration eines roten Hauses, umgeben von Bäumen und einem Zaun, betitelt 'Deutsche Schule in den Niederlanden, 1777'.

Demokratie-Programm Demokratie leben! vor radikaler Reform – Bildungszentren in Existenznot

Pläne zur Reform des Bundesprogramms Demokratie leben! lösen breite Besorgnis aus. Bis Jahresende droht dem Anne-Frank-Bildungszentrum eine plötzliche Kürzung der Fördergelder in Höhe von 425.000 Euro. Kritiker warnen, die Umstrukturierung könnte zentrale Bildungsstrukturen in ganz Deutschland zerstören.

Das 2014 mit einem jährlichen Budget von rund 190 Millionen Euro gestartete Programm Demokratie leben! hat Initiativen wie das Anne-Frank-Bildungszentrum unterstützt, das sich gegen Antisemitismus engagiert und Schulprogramme entwickelt. Das Zentrum, Teil des Bündnisses Koalition gegen Antisemitismus, beobachtet Hass im Netz und stellt Bildungsmaterialien bereit. Doch es erhält kaum institutionelle Förderung und ist fast vollständig auf das Bundesprogramm angewiesen.

Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) verteidigt die Reform und argumentiert, das Programm habe keine nachweisbare Wirkung. Künftig solle der Fokus auf digitaler Demokratiebildung, Extremismusprävention und stärkeren institutionellen Strukturen liegen. Die AfD unterstützt Priens Kurs öffentlich, während Oppositionsparteien und Gewerkschaften die Pläne scharf kritisieren.

Meron Mendel, der Direktor des Zentrums, bezeichnet den Förderentzug als existenzbedrohend – nicht nur für die eigene Organisation, sondern für den gesellschaftlichen Kampf gegen Diskriminierung insgesamt. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) teilt diese Sorge und warnt vor unmittelbaren Einschränkungen in Schulen und pädagogischer Arbeit. Da die Mittel gestrichen werden, müssen betroffene Einrichtungen sich nun unter unklaren neuen Richtlinien neu bewerben – ihre finanzielle Zukunft ist ungewiss.

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Oppositionsabgeordnete von Grünen, Linken und SPD werfen dem Ministerium politische Motive vor. Die Reform riskiere, jahrelange Arbeit in der Demokratiebildung zu zerstören. Die Umstrukturierung lässt das Anne-Frank-Bildungszentrum und ähnliche Organisationen in der Schwebe. Ohne gesicherte Förderung könnten ihre Programme bis 2025 zusammenbrechen. Schulen und Antidiskriminierungsprojekte stehen nun vor Monaten der Unsicherheit, während das Ministerium seine neuen Prioritäten finalisiert.

Quelle