25 June 2026, 16:11

Deutsche Bahn kämpft mit Totalausfall, Stuttgart-21-Pleite und neuem Wettbewerb im Fernverkehr

Von Behinderung bis zur Konzernumstrukturierung - harte Tage für die Bahn

Deutsche Bahn kämpft mit Totalausfall, Stuttgart-21-Pleite und neuem Wettbewerb im Fernverkehr

Deutsche Bahn steht vor großen Herausforderungen, während sich heute der Aufsichtsrat zu Personalwechseln und einer Umstrukturierung des Konzerns berät. Der Bahnkonzern kämpft zudem mit den Folgen eines bundesweiten Ausfalls und Verzögerungen bei einem zentralen Infrastrukturprojekt. Gleichzeitig zeichnet sich neuer Wettbewerb im Fernverkehr ab.

Am Dienstagabend führte ein Ausfall des GSM-R-Funknetzes, das für die Zugsicherung zuständig ist, zu einem landesweiten Stillstand des Schienenverkehrs. Philipp Nagl, Chef der DB InfraGO, bestätigte später, dass ein Fehler bei Wartungsarbeiten an einer Kernkomponente die Ursache war. Ein derartiger kompletter Zusammenbruch des Systems ist selten – selbst unabhängig von Wetterbedingungen – und ließ tausende Reisende stranden.

Der Aufsichtsrat hat nun mehrere Baustellen gleichzeitig zu bewältigen. Michael Obrofski, derzeit Manager bei Volkswagen, soll zum neuen Finanzvorstand des Unternehmens ernannt werden. Parallel prüft das Gremium Pläne für eine tiefgreifende Umstrukturierung, die auch deutliche Kürzungen in der Konzernzentrale und bei Führungskräften vorsieht.

Ein weiterer Rückschlag betrifft das Stuttgart-21-Projekt. Nach aktuellen Angaben soll der neue Hauptbahnhof erst Ende 2031 in Betrieb gehen – fünf Jahre später als geplant. Die Verzögerung liegt vor allem an der Digitalisierung des Stuttgarter Knotenpunkts und unausgereiften Planungsprozessen. Matthias Gastel, Verkehrsexperte der Grünen, zweifelt bereits an, ob dieser neue Zeitplan realistisch ist.

Langfristig könnte die Deutsche Bahn mit mehr Konkurrenz konfrontiert werden. Der italienische Anbieter Italo hat angekündigt, 2028 auf dem deutschen Fernverkehrsmarkt einzusteigen. Das Unternehmen plant, 30 Hochgeschwindigkeitszüge auf rentablen Strecken einzusetzen. Dies könnte die Fähigkeit der Bahn schwächen, weniger lukrative Regionalverbindungen durch Quersubventionierung aufrechtzuerhalten.

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Die Ernennung eines neuen Finanzchefs und die geplante Umstrukturierung sollen Führung und Betrieb des Konzerns stabilisieren. Doch technische Pannen, Projektverzögerungen und künftiger Wettbewerb werden die Bahn weiterhin auf die Probe stellen. Die kommenden Jahre werden entscheidend dafür sein, ob es dem Unternehmen gelingt, zuverlässige Leistungen zu erbringen – trotz dieser Herausforderungen.

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