16 February 2026, 08:27

Deutsche Elektronikbauteile in russischen Kampfdrohnen trotz EU-Sanktionen entdeckt

Zwei Männer in Militäruniform arbeiten an einem Fahrzeug in einer Garage, mit Werkzeugen, die auf dem Boden verstreut sind, und anderen Fahrzeugen und einer Hütte im Hintergrund.

Deutsche Elektronikbauteile in russischen Kampfdrohnen trotz EU-Sanktionen entdeckt

Trotz der EU-Sanktionen, die 2022 verhängt wurden, finden sich weiterhin in Deutschland hergestellte Elektronikbauteile in russischen Drohnen, die gegen die Ukraine eingesetzt werden. Untersuchungen zeigen, dass Transistoren und andere Komponenten großer deutscher Unternehmen nach wie vor weit verbreitet sind – ein alarmierendes Zeichen für Lücken bei der Durchsetzung der Maßnahmen.

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Aufgedeckt wurde das Problem, nachdem ukrainische Streitkräfte russische "Geran"-Drohnen erbeutet hatten, in denen Dutzende deutsche Bauteile verbaut waren – viele davon noch mit den ursprünglichen Kennzeichnungen versehen.

Eine Überprüfung des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) aus den Jahren 2023 bis 2025 ergab, dass in russischer Militärtechnik mehr als 137 deutsche Komponenten verbaut waren. Über die Hälfte davon wurde in Drohnen nachgewiesen, wobei Transistoren am häufigsten vorkamen. Jede Drohne der Geran-Serie ist für ihre Steuersysteme auf acht bis zwölf in Deutschland hergestellte Transistoren angewiesen.

Der Halbleiterhersteller Infineon Technologies steuerte allein 58 der 137 identifizierten Teile bei, größtenteils Transistoren. Weitere betroffene Unternehmen sind EPCOS AG, Würth Elektronik, Pierburg und Bosch. Die Ukraine schätzt, dass allein für die Produktion der Geran-2-Drohnen innerhalb eines Jahres fast eine halbe Million deutscher Transistoren verwendet worden sein könnten.

Seit 2022 hat Deutschland die Exportkontrollen verschärft und über 100 Unternehmen untersucht, die im Verdacht stehen, Sanktionen über Drittländer wie die Türkei oder China zu umgehen. Bis 2025 wurden Bußgelder in Höhe von 50 Millionen Euro verhängt. Die Behörden arbeiten eng mit der EU und den USA zusammen, um regulatorische Schlupflöcher zu schließen. Dennoch wurden die ursprünglichen Komponenten-Kennzeichnungen von russischen Herstellern nicht entfernt – ein Hinweis auf systematische und groß angelegte Beschaffungspraktiken.

Obwohl die Abhängigkeit von US-amerikanischen Bauteilen gesunken ist, bleiben deutsche Transistoren wegen ihrer Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit gefragt. Diese anhaltende Präsenz unterstreicht die anhaltenden Herausforderungen bei der Durchsetzung von Sanktionen für sogenannte Dual-Use-Güter.

Der Fund deutscher Komponenten in russischen Drohnen bestätigt die Mängel bei der Sanktionenumsetzung. Zwar haben die Behörden Unternehmen bestraft und die Kontrollen verschärft, doch die anhaltende Verfügbarkeit dieser Teile zeigt, wie schwer es ist, indirekte Lieferketten zu unterbinden. Eine engere Abstimmung zwischen Deutschland, der EU und den USA soll das Problem in den Griff bekommen.