07 February 2026, 16:34

"Es reicht!": Tausende fordern in München bezahlbaren Wohnraum und schärfere Mieterschutzgesetze

Eine Gruppe von Menschen mit Fahnen geht eine Straße entlang vor einem Gebäude mit einer Tafel, die 'Montbron' lautet, einem Straßenschild und einer Fahne mit Bildern und Text, unter einem bewölkten Himmel.

Mondpreise, Existenzkrise - Tausende bei Mietprotest - "Es reicht!": Tausende fordern in München bezahlbaren Wohnraum und schärfere Mieterschutzgesetze

Tausende gingen am Samstag in München auf die Straße, um strengere Mieterschutzbestimmungen und bezahlbaren Wohnraum in Deutschland zu fordern. Die unter dem Motto "Es reicht!"* organisierte Demonstration zog große Aufmerksamkeit auf sich, während die Mieten in ganz Deutschland weiter steigen. Die Veranstalter sprachen von etwa 10.000 Teilnehmenden, die Polizei schätzte die Zahl auf 4.000 bis 5.000 Menschen.

München wurde als Protestort gewählt, da die Stadt zu den am stärksten belasteten Wohnungsmärkten in Deutschland gehört und hier einige der höchsten Mieten des Landes verlangt werden. Die Kundgebung richtete sich an Kommunal-, Landes- und Bundespolitiker und forderte schärfere Mietpreisbremse, Maßnahmen gegen Leerstand sowie ein Ende der Immobilienspekulation. Melanie Weber-Moritz, Präsidentin des Deutschen Mieterbunds, betonte: "Wohnen ist ein Grundrecht, keine Ware."

Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) erkannte die Wohnungsnot an und erklärte seine Unterstützung für die Proteste. Er schlug einen Zehn-Punkte-Plan zur Lösung der Krise vor und forderte die Bundespolitik auf, entschlossener zu handeln. Reiter unterstrich, dass klare und einheitliche bundesweite Regelungen nötig seien, um die Mietpreisspirale zu stoppen, die Millionen Menschen in Deutschland belastet.

Die Demonstration findet vor dem Hintergrund wachsender Forderungen nach Mietobergrenzen in Städten wie Berlin, Hamburg und Köln statt – ein Thema, das seit fünf Jahren an Brisanz gewinnt. Der politische Druck steigt: So gibt es etwa einen Bundesratsvorschlag für 2025, der möblierte Wohnungen und Kurzzeitvermietungen regulieren soll, sowie Forderungen der Grünen nach einer unbefristeten Verlängerung bestehender Kontrollen.

Der Protest verdeutlicht den anhaltenden Kampf von Millionen Menschen in Deutschland, die mit explodierenden Mieten oder der Gefahr von Verdrängung konfrontiert sind. Während lokale Verantwortliche wie Reiter auf Bundeshilfe drängen, unterstreicht die Demonstration die Dringlichkeit langfristiger Lösungen. Nun liegt es an den Politikerinnen und Politikern, die Fragen der Bezahlbarkeit und Spekulation auf dem Wohnungsmarkt in Deutschland anzugehen.