"Es wäre unverantwortlich, jetzt das Vorgehen zu beenden"
Das ehemalige Kaufhaus am Neupfarrplatz in Regensburg wurde verkauft, doch der Käufer bleibt unbekannt. Die Stadtverwaltung erfuhr erst von dem Geschäft, als der Notar den Kaufvertrag übersandte. Nun gibt es Bedenken hinsichtlich der Transparenz des Verkaufs und der künftigen Nutzung des Gebäudes.
Ein früherer Plan, das Gelände in ein islamisches Kulturzentrum umzuwandeln, war am 3. Dezember 2025 gescheitert. Die Stadt war über den neuen Verkauf nicht konsultiert worden, bis die offiziellen Unterlagen eintrafen. Beamte vermuten, dass der jüngste Kauf zu einem überhöhten Preis erfolgte – eine Vorgehensweise, die sie als finanziell unverantwortlich betrachten.
Das Gebäude selbst birgt Herausforderungen: Ein Erbbaurecht belastet einen Teil der Immobilie, was den vollständigen Besitz verhindert und jede Revitalisierung verzögert. Zudem wären umfangreiche Sanierungsarbeiten nötig, bevor das Gelände wieder genutzt werden könnte – was die Kosten weiter in die Höhe treibt. Trotz dieser Probleme hat die Stadt darauf verzichtet, ihr Vorkaufsrecht geltend zu machen. Stattdessen will sie ihre Planungshoheit nutzen, um die Zukunft des Gebäudes mitzugestalten. Ziel ist es, einen Ort zu schaffen, der allen Anwohnern der Altstadt zugutekommt. Verhandlungsbereitschaft für einen möglichen Kauf besteht – allerdings nur unter bestimmten Bedingungen. Bisher scheiterten jedoch alle Versuche, den Käufer oder eine Investorengruppe zu kontaktieren. Zudem stellen Stadtvertreter infrage, ob das geplante arabisch-islamische Kulturkaufhaus ernst gemeint ist oder lediglich als Druckmittel gegen die Stadt dienen soll.
Der Verkauf lässt die Zukunft des Gebäudes ungewiss zurück, ohne klare Perspektive für eine Neuentwicklung. Die Stadt wird sich auf ihre planungsrechtlichen Möglichkeiten stützen, um etwaige Veränderungen so zu steuern, dass das Gelände der gesamten Gemeinschaft zugutekommt. Vorerst bleiben die Identität des Käufers und seine Absichten im Dunkeln.