Europa rüstet sich für Machtblöcke: Handelsabkommen, KI und strategische Autonomie

Hannah Böhm
Hannah Böhm
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Ein Diagramm, das die 5-Bank-Vermögenskonzentration in den Vereinigten Staaten zeigt, mit begleitendem Text, der zusätzliche Dateninformationen bereitstellt.Hannah Böhm

Europa rüstet sich für Machtblöcke: Handelsabkommen, KI und strategische Autonomie

Europa bereitet sich auf eine Welt vor, die in konkurrierende Machtblöcke gespalten ist – so Peter Orszag, Vorstandsvorsitzender der Investmentbank Lazard. Die Europäische Union hat bereits Schritte unternommen, um ihre wirtschaftliche Zukunft abzusichern: durch den Ausbau von Handelsabkommen, verstärkte Investitionen in künstliche Intelligenz (KI) und eine Stärkung der Industriepolitik. Gleichzeitig warnte Orszag vor Risiken, die von der US-Wirtschaftspolitik unter einer möglichen zweiten Amtszeit Donald Trumps ausgehen könnten.

Die EU arbeitet daran, ihre Abhängigkeit von externen Partnern zu verringern, etwa durch die Verhandlung von Freihandelsabkommen mit Indien und dem Mercosur. Diese Vereinbarungen enthalten Schutzklauseln für die europäische Landwirtschaft. Parallel treibt der Block die Initiative InvestAI voran, mit der 200 Milliarden Euro für KI-Infrastruktur und Rechenkapazitäten mobilisiert werden sollen. Der European Green Deal bleibt zentral, um die industrielle Eigenständigkeit zu wahren, während die Bemühungen zur Vereinheitlichung des Binnenmarkts durch Vorschläge wie Enrico Lettas Pläne für eine digitale Wirtschaftszone und Mario Draghis Wettbewerbsfähigkeitsbericht vorangetrieben werden.

Orszag sprach sich für den Vorschlag des kanadischen Ministerpräsidenten Justin Trudeau aus, ein Bündnis mittlerer Mächte zu bilden. Zudem regte er an, Europa solle einem Beitritt zur asiatischen Freihandelszone prüfen, um in einer fragmentierten Weltwirtschaft nicht isoliert zu werden. Gleichzeitig kritisierte er den US-Kurs unter Trump, bei dem die Regierung ohne klare Richtlinien Beteiligungen an Privatunternehmen erworben habe. Diese "willkürliche Form von Staatskapitalismus", so Orszag, könnte zu mehr Lobbyismus und möglichen Fehlverhalten in Unternehmen führen.

In seiner Einschätzung rief Orszag Europa dazu auf, sich von US-Einfluss zu distanzieren. Angesichts vertiefter globaler wirtschaftlicher Spaltungen betonte er die Notwendigkeit größerer strategischer Autonomie.

Die Handelsabkommen der EU, die KI-Investitionen und die Industriepolitik spiegeln das Streben nach größerer Unabhängigkeit in einer unsicheren Welt wider. Orszags Warnungen vor den US-Wirtschaftspraktiken und sein Plädoyer für europäische Eigenständigkeit deuten auf wachsende Spannungen zwischen den großen Blöcken hin. Die nächsten Schritte der EU werden ihre Position in einer zunehmend zersplitterten globalen Wirtschaft entscheiden.

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