18 November 2025, 18:16

Europas Kampf um digitale Finanzsouveränität: Wie Stablecoins und Web3 die Zukunft prägen

Eine goldene und braune Münze mit der Aufschrift "The United States Of America" darauf, auf einem braunen Teppichhintergrund.

Europas Kampf um digitale Finanzsouveränität: Wie Stablecoins und Web3 die Zukunft prägen

Münchner Konferenz diskutiert Europas digitale Finanzzukunft

Eine kürzliche Konferenz in München brachte Expertinnen und Experten zusammen, um über die digitale Finanzzukunft Europas zu diskutieren. Veranstaltet von der V-Bank AG und DLT Germany lag der Fokus darauf, die Rolle des Kontinents im Bereich digitaler Zahlungen zu stärken. Die Redner betonten, wie wichtig Innovation, Regulierung und Sicherheit sind, um mit den von den USA dominierten Stablecoins konkurrieren zu können.

Die von Dr. Jan J. Kruppa (DLT Germany) geleitete Veranstaltung suchte nach Wegen, Europas Abhängigkeit von US-Stablecoins wie USDT und USDC zu verringern – diese halten derzeit 99 Prozent des globalen Marktes und fließen nach der Umwandlung aus Euro oft in US-Staatsanleihen. Matt Oksa, CMO von Schuman Financial, stellte EURØP vor, einen eurogedeckten Stablecoin, der Kapital in europäischen Banken halten und gleichzeitig Transparenz sowie Stabilität gewährleisten soll.

Albert Quehenberger, Geschäftsführer der AQ Forensics GmbH, räumte mit einem weitverbreiteten Irrtum auf: Blockchain-Transaktionen seien pseudonym, nicht anonym. Sein Unternehmen spezialisiert sich auf die Nachverfolgung illegaler Aktivitäten in Blockchains – ein zentrales Anliegen für Regulierungsbehörden. Stefan Wenshofer von der Zentralen Ansprechstelle Cybercrime (ZAC) Bayern erläuterte unterdessen, wie seine Einheit Unternehmen, Strafverfolgungsbehörden und Forscher vernetzt, um digitale Finanzkriminalität zu bekämpfen.

Die Konferenz hob auch die Bedeutung von Web3 und dessen potenziellen Einfluss auf Kunst und Governance hervor. Künftige Diskussionen werden sich mit EU-DAO befassen, einem vorgeschlagenen Modell für dezentrale Organisationen in Europa. Die gastgebende V-Bank AG ist auf regulierten Krypto-Handel und digitale Wertpapiere für institutionelle Kunden spezialisiert.

Die Teilnehmer waren sich einig: Europa muss bei der Entwicklung eigener digitaler Zahlungssysteme schneller vorankommen. Die Stärkung von Sicherheit, forensischen Kapazitäten und öffentlichem Vertrauen wurde als entscheidend angesehen, um global mithalten zu können.

Die Veranstaltung endete mit Appellen, die digitalen Zahlungsinitiativen Europas zu beschleunigen. Modelle wie EURØP und Rahmenwerke wie EU-DAO zielen darauf ab, ein unabhängigeres Finanzökosystem zu schaffen. Folgeveranstaltungen werden sich mit der Rolle von Web3 in Kunst und Governance befassen – neben Fortschritten in Regulierung und Sicherheit.