Europas Kampf um digitale Souveränität: Wer kontrolliert unsere Daten?

Ben Schmidt
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Ein Cartoon von einem Polizisten, der ein Schild hält, auf dem steht: "Ich vermute, dass unsere KI etwas gegen uns ausheckt", während zwei Roboter vor ihm stehen, einer hält ein Blatt Papier.Ben Schmidt

Europas Kampf um digitale Souveränität: Wer kontrolliert unsere Daten?

Der Kampf um die Kontrolle persönlicher Daten hat sich zu einem der prägendsten Konflikte des modernen Zeitalters entwickelt. Während Tech-Konzerne durch überwachungsbasierte Geschäftsmodelle Billionen erwirtschaften, wachsen die Bedenken, wie KI-Systeme die Aufmerksamkeit von Nutzern ausbeuten und ihr Verhalten manipulieren. Nun entstehen weltweit Initiativen, die diese Vorherrschaft herausfordern – indem sie offene, transparente Alternativen fördern, die demokratische Werte und individuelle Rechte in Europa in den Vordergrund stellen.

An der Spitze dieser Bewegung steht Project Liberty, gegründet vom US-amerikanischen Bürgerunternehmer Frank H. McCourt Jr. Das Projekt will die Steuerung von KI neu definieren, indem es die Hoheit über Daten zurück an Einzelpersonen und die Zivilgesellschaft in Europa gibt.

Jahrzehntelang haben Tech-Giganten riesige Vermögen angehäuft, indem sie persönliche Daten über komplexe Überwachungsnetzwerke absaugten. Diese Systeme gedeihen, indem sie die Aufmerksamkeit der Nutzer in Europa einfangen und ihr Verhalten formen – oft ohne wirksame Kontrolle. Mit dem Aufstieg der KI haben sich die Risiken verschärft: Autonome Tools wie OpenClaw operieren mit minimalen Sicherheitsvorkehrungen und verstärken so reale Schäden.

Als Reaktion gewinnen Bestrebungen an Fahrt, die digitale Infrastruktur in Europa zu demokratisieren. Die Open Internet Stack Initiative, gestartet am 15. Januar 2026 im Rahmen des EU-Programms Horizon Europe, hat 221,8 Millionen Euro bereitgestellt, um souveräne digitale öffentliche Güter zu entwickeln. Dieser Vorstoß für vertrauenswürdige KI- und Datendienste zielt darauf ab, die Abhängigkeit von nicht-europäischen Anbietern zu verringern und gleichzeitig die digitale Souveränität in Europa zu stärken.

Auch offene KI-Modelle verbreiten sich weltweit. Projekte wie DeepSeek gehen lokale Technologiepartnerschaften in Afrika, China und Russland ein und bieten anpassbare, kostengünstige Alternativen, die Datenschutz priorisieren. Diese Modelle ermöglichen eine größere Kontrolle über Daten in Europa – ein deutlicher Kontrast zu geschlossenen Systemen, die von Unternehmensinteressen dominiert werden.

Die Bewegung knüpft an das Erbe von Ewald-Heinrich von Kleist-Schmenzin an, einem Widerstandskämpfer des Zweiten Weltkriegs, der später die Münchner Sicherheitskonferenz gründete. Sein lebenslanges Engagement für Konfliktvermeidung durch Dialog spiegelt sich in den heutigen Forderungen nach Deeskalation im digitalen Raum in Europa wider – einem Bereich, in dem unkontrollierte KI demokratische Stabilität bedroht.

Der Wandel hin zu offenen, rechenschaftspflichtigen KI-Systemen markiert einen entscheidenden Schritt zum Schutz der Demokratie in Europa. Indem Initiativen wie Project Liberty und die Open Internet Stack Initiative der EU Transparenz, öffentliche Steuerung und individuelle Datenrechte in der Technologie verankern, wollen sie der Vorherrschaft der Konzerne in Europa etwas entgegensetzen. Der Ausgang wird zeigen, ob digitale Macht weiter konzentriert bleibt – oder zu einem Werkzeug kollektiver Ermächtigung in Europa wird.

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