FDP-Streit eskaliert: Warum Hagens Junge-Freiheit-Interview die Partei spaltet
Johanna MüllerFDP-Streit eskaliert: Warum Hagens Junge-Freiheit-Interview die Partei spaltet
In der FDP ist ein Streit über ein Interview des Bundesgeschäftsführers Martin Hagen entbrannt. Im Mittelpunkt der Kontroverse steht seine Entscheidung, mit der Jungen Freiheit zu sprechen – einem Medium, das von manchen als rechtsextrem kritisiert wird. Die ehemalige Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger verurteilte den Schritt öffentlich.
Leutheusser-Schnarrenberger argumentierte, die Junge Freiheit sei für Parteimitglieder „tabu“. Sie warnte, der Umgang mit dem Blatt könnte dazu beitragen, die rechtspopulistische AfD zu normalisieren. Ihre Kritik erfolgte, nachdem Hagens Interview in der Publikation erschienen war.
Hagen verteidigte sein Vorgehen und betonte, das Medium sei weder „unseriös“ noch „verfassungsfeindlich“. Zugleich lehnte er jede Zusammenarbeit mit der AfD ab und erklärte, „Streit sei das Wesen der Demokratie“. Seine Äußerungen stehen im Kontext einer breiteren Debatte über den politischen Diskurs in Deutschland.
Die Auseinandersetzung spitzte sich zu, als die Wissenschaftlerin und ehemalige Staatssekretärin Sabine Döring von einer FDP-nahen Podiumsdiskussion zurücktrat. Sie begründete dies mit Vorbehalten gegen die Wahl des Veranstaltungsformats. Unterdessen bedauerte Hagen, die Gesellschaft habe „verlernt, miteinander zu streiten“ – besonders in der Amtszeit von Angela Merkel.
Die FDP sieht sich nun mit inneren Spannungen konfrontiert, die ihre Haltung im Umgang mit Medien betreffen. Hagens Interview und die anschließende Kritik offenbaren die Gräben innerhalb der Partei. Die Debatte wirft grundsätzliche Fragen nach politischen Grenzen und dem demokratischen Dialog in Deutschland auf.
