01 January 2026, 10:40

Frankfurts „Ginnheimer Spargel“ bleibt für immer verschlossen – warum Deutschlands Türme sterben

Mehrere Gebäude sind sichtbar, einige scheinen eingestürzt zu sein.

Frankfurts „Ginnheimer Spargel“ bleibt für immer verschlossen – warum Deutschlands Türme sterben

Frankfurts ikonischer „Ginnheimer Spargel“ bleibt seit 1999 geschlossen – eine Wiedereröffnung ist nicht in Sicht. Eine Machbarkeitsstudie hatte die Sanierungskosten einst auf 50 Millionen Euro geschätzt, doch Streitigkeiten um die Finanzierung zwischen Land und Stadt haben alle Pläne blockiert. Das Schicksal des Turms steht exemplarisch für einen bundesweiten Trend: Immer mehr der einst stolzen Telekommunikations-Bauwerke Deutschlands kämpfen ums Überleben.

Der „Ginnheimer Spargel“ war einst eine beliebte Attraktion – wie viele andere Türme mit Aussichtsplattformen, Restaurants und Nachtclubs. Doch finanzielle Engpässe und Sicherheitsbedenken halten ihn seit über zwei Jahrzehnten verschlossen. Die DFMG, eine Tochter der Deutschen Telekom und Betreiberin des Bauwerks, geht mittlerweile davon aus, dass eine Wiedereröffnung wegen fehlender gemeinsamer Finanzierung ausgeschlossen ist.

Nur noch wenige Türme in Deutschland sind für die Öffentlichkeit zugänglich, darunter der Fernsehturm am Berliner Alexanderplatz, der Düsseldorfer Rheinturm, der Dortmunder Florianturm und der Stuttgarter Frauenkopfturm. Auch der Münchner Olympiaparkt-Turm soll nach Sanierungsarbeiten wieder öffnen. Gleichzeitig droht anderen Standorten das Aus: In Köln, Nürnberg und Mannheim stehen Schließungen bevor – in Mannheim wird die Aussichtsplattform am 31. Dezember 2025 endgültig geschlossen.

Hinter dem Niedergang steht vor allem der technologische Wandel. Viele Türme verloren Mieter und Einnahmen, als Glasfaserkabel und Satelliten die traditionelle Senderinfrastruktur überflüssig machten. Hinzu kommen Sicherheitsrisiken wie veraltete Aufzüge und hohe Modernisierungskosten, die die Betreiber zusätzlich belasten.

Doch nicht alle Türme teilen dieses Schicksal. In Hamburg und Dresden laufen Pläne zur Wiedereröffnung – hier übernimmt der Bund die Hälfte der Kosten. Für Frankfurts „Ginnheimer Spargel“ jedoch bedeutet das Fehlen einer Einigung zwischen den Verantwortlichen und die ausbleibende Finanzierung wohl das endgültige Aus.

Die Schließung des Frankfurter Turms unterstreicht die Herausforderungen, vor denen Deutschlands alternde Telekommunikations-Bauwerke stehen. Ohne finanzielle Unterstützung oder neue Nutzungskonzepte werden viele für immer verschlossen bleiben – oder ganz verschwinden. Bisher ist es nur wenigen Städten gelungen, ihre Türme offen zu halten oder sie zukunftsfähig zu machen.