Fünf Monate Bahn-Chaos: Nürnberg–Regensburg wird komplett saniert
Ab Anfang Februar 2023 beginnen umfangreiche Modernisierungsarbeiten an der Bahnstrecke Nürnberg–Regensburg. Die bis Juli andauernden Bauarbeiten werden sowohl den Personen- als auch den Güterverkehr in der Region stark beeinträchtigen. Zahlreiche Züge fallen ersatzweise aus und werden durch Busse ersetzt, andere müssen aufgrund von Umleitungen mit längeren Fahrzeiten rechnen.
Vom 6. Februar bis zum 10. Juli 2023 wird die gesamte 80 Kilometer lange Strecke zwischen Nürnberg und Regensburg grundlegend saniert. Dabei werden Oberleitungen, Stellwerkstechnik, ein Bahndamm sowie eine Brücke modernisiert. Ziel des Projekts ist es, die Zuverlässigkeit und Kapazität auf einer der meistbefahrenen Strecken Bayerns zu erhöhen.
Während der Sperrung kommt es zu erheblichen Änderungen im Regionalverkehr. Die S-Bahn nach Neumarkt in der Oberpfalz sowie die Linien RE 22, RE 50 und RB 51 werden durch Busse ersetzt. Insgesamt werden täglich rund 90 Busse im Einsatz sein und über 45.000 Kilometer zurücklegen, um die Verbindungen aufrechtzuerhalten. Fernverkehrszüge der ICE-Linie werden über Ingolstadt umgeleitet, was die Reisezeit zwischen Nürnberg und Regensburg um etwa eine Stunde verlängert. Allerdings wird täglich ein ICE-Zugpaar eine alternative Route nehmen – von München über Landshut, Regensburg und Passau weiter nach Wien. Auch Güterzüge müssen Umleitungen in Kauf nehmen, was sich auf Nebenstrecken auswirkt. Reisende zwischen Neustadt (Donau) und Regensburg sowie zwischen Landshut und Plattling müssen auf Schienenersatzverkehr umsteigen. Um Engpässe zu verringern, wird die Linie RE 40 zwischen Nürnberg, Schwandorf und Regensburg mit zusätzlichen Kapazitäten fahren.
Nach Abschluss der Arbeiten erhalten alle 20 Bahnhöfe von Feucht bis Regensburg-Prufening ein Upgrade, das sie barrierefreier und attraktiver für Fahrgäste macht. Eine weitere Komplettsanierung der gesamten Strecke ist bereits für die erste Jahreshälfte 2026 geplant.
Die fünfmonatige Vollsperrung bringt zwar langfristige Verbesserungen mit sich, führt aber kurzfristig zu erheblichen Einschränkungen. Fahrgäste sollten längere Reisezeiten einplanen, während Güterverkehrsunternehmen ihre Fahrpläne anpassen müssen. Die modernisierte Infrastruktur soll den Verkehr jedoch auf Jahre hinaus verbessern – weitere Bauarbeiten sind für 2026 vorgesehen.