07 February 2026, 04:21

Gasbohrungen in Reichling gefährden Trinkwasser – Behörden schlagen Alarm

Ein verrosteter Metall-Schachtobdeckel auf dem Boden mit dem Wort 'Gas' darauf.

Gasbohrungen in Reichling gefährden Trinkwasser – Behörden schlagen Alarm

Pläne für Gasbohrungen in Reichling lösen neue Bedenken um Trinkwassersicherheit aus

Neue Daten zeigen, dass das Grundwasser in der Nähe der örtlichen Wasserquelle deutlich schneller fließt als bisher angenommen. Kritiker werfen dem Bohrunternehmen vor, zentrale Vorschriften zu ignorieren und wichtige Berichte zu verzögern.

Das Wasserwirtschaftsamt Weilheim warnt, dass Verunreinigungen durch die Gasförderung die Trinkwasserversorgung bereits in fünf bis 15 Jahren erreichen könnten. Der genaue Zeitraum hängt von den geologischen Gegebenheiten und der Intensität der Förderung ab. Aktuelle Erkenntnisse belegen jedoch, dass die Fließgeschwindigkeit des Grundwassers nahe der Quelle mindestens dreimal höher ist als bisher vermutet. Unter diesen Bedingungen könnten Schadstoffe sich bereits innerhalb von Monaten – statt wie angenommen in Jahren – ausbreiten.

Das Amt hat die Bergbehörde in einem Schreiben offiziell über die erhöhten Fließraten informiert. Unterdessen kritisiert die Bürgerinitiative Reichling-Ludenhausen scharf, dass das Bohrunternehmen regulatorische Auflagen nicht erfülle. Vordergründige Prüfberichte, die eigentlich dem Schutz des Trinkwassers dienen sollen, seien entweder gar nicht oder verspätet eingereicht worden.

Das Bohrunternehmen kündigte nun an, vor einem Antrag auf Fördergenehmigung weitere Untersuchungen durchzuführen. Unklar bleibt jedoch, welchen Umfang diese Studien haben werden. Die Greenpeace-Expertin Saskia Reinbeck hatte die aktualisierten Fließdaten im Wasserwirtschaftsamt Weilheim aufgedeckt und fordert gemeinsam mit anderen eine strengere Überwachung.

Die Gasbohrungen in Reichling könnten bald voranschreiten – doch die Risiken für das Trinkwasser nehmen zu. Behörden und Aktivisten verlangen wirksamere Schutzmaßnahmen, bevor mit den Arbeiten begonnen wird. Ohne sofortiges Handeln könnte die beschleunigte Grundwasserströmung kaum noch Zeit lassen, um eine Kontamination zu verhindern.