Geraubter Salzstreuer kehrt nach 80 Jahren zu Hirschs Erben zurück

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Ein Museumsplakette mit Text und Skulpturen darauf.

Geraubter Salzstreuer kehrt nach 80 Jahren zu Hirschs Erben zurück

Ein silberner Salzstreuer, der einer jüdischen Familie von den Nazis geraubt worden war, wurde nach 80 Jahren an die rechtmäßigen Erben zurückgegeben. Das Stück, das einst Adolf Hirsch gehörte, war eines von Hunderten Objekten, die 1939 beschlagnahmt und später vom Museum Landshut in einer Zwangsversteigerung erworben wurden.

1939 wurde Adolf Hirsch, ein jüdischer Einwohner Landshuts, nach den NS-Gesetzen zur Abgabe von Edelmetallen gezwungen, seinen silbernen Salzstreuer herauszugeben. Im Jahr darauf kaufte das Museum Landshut das Objekt in einer Pflichtversteigerung – zusammen mit rund 350 weiteren Gegenständen, von denen die meisten eingeschmolzen wurden, um den Krieg zu finanzieren. Hirsch starb 1943 im Ghetto Theresienstadt, doch seine Nachkommen überlebten.

Seit 2019 führt das Museum Provenienzforschung durch, um die ursprünglichen Besitzer geraubter Objekte ausfindig zu machen. Diese Bemühungen führten zur Rückgabe von 111 Gegenständen, darunter auch des Salzstreuers mit der Inventarnummer 55. 2023 gab das Museum das Stück offiziell an die Familie Nussbaum, die Nachfahren Hirschs, zurück. Miriam Landor, eine der Erben, bezeichnete den Salzstreuer als ein „vollkommenes Symbol“ für Frieden und Freundschaft in der jüdischen Tradition. Später übergab sie das Gefäß an Dr. Doris Danzer für die kommende Ausstellung des Museums „Landshut im Nationalsozialismus“. Ab dem 27. Januar wird der Salzstreuer der Öffentlichkeit präsentiert.

Die Rückgabe beendet eine 80-jährige Trennung zwischen der Familie Hirsch und ihrem Erbstück. Der Salzstreuer wird nun Teil einer Ausstellung sein, die die Geschichte Landshuts unter der NS-Herrschaft dokumentiert. Seine Rückkehr ist das Ergebnis jahrelanger Recherche und steht für eines von vielen Objekten, die durch die laufende Provenienzarbeit des Museums identifiziert werden konnten.

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