Gericht zwingt TikTok zu Änderungen bei Empfehlungen und Meldefunktionen
Johanna MüllerVerbraucherzentrale: Gericht ordnet Änderungen bei TikTok an - Gericht zwingt TikTok zu Änderungen bei Empfehlungen und Meldefunktionen
Ein bayerisches Gericht hat TikTok verpflichtet, seine Nutzeroberfläche zu ändern – dies geht auf eine Klage von Verbraucherschützern zurück. Die Richter kritisierten insbesondere die Handhabung von Inhaltsempfehlungen und Meldefunktionen auf der Plattform und forderten eine bessere Zugänglichkeit beider Features.
Das Oberlandesgericht Bamberg gab dem Bayerischen Verbraucherschutzverband recht, der argumentierte, TikTok setze bei seinem Empfehlungssystem standardmäßig zu stark auf persönliche Daten. Kritiker monierten, Nutzer:innen müssten die Möglichkeit haben, sich einfach von algorithmusbasierten Inhalten abzumelden, die auf ihrem bisherigen Verhalten beruhen.
Zudem bemängelte das Gericht den Meldeprozess für illegale Inhalte bei TikTok. Der korrekte Meldeweg war hinter einer unauffälligen Menüoption versteckt, was es Nutzer:innen erschwerte, Verstöße zu melden. Die Richter urteilten, dass sowohl die Einstellungen für Empfehlungen als auch die Meldefunktionen leicht auffindbar sein müssen – und nicht in Untermenüs verborgen werden dürfen.
Stand März 2026 gibt es keine öffentlichen Informationen darüber, ob TikTok die geforderten Änderungen umgesetzt oder auf das Urteil reagiert hat.
Das Urteil stellt einen bedeutenden Erfolg für Verbraucherschutzorganisationen dar, die sich für mehr Transparenz auf Social-Media-Plattformen einsetzen. TikTok muss nun seine Oberfläche anpassen, damit Nutzer:innen personalisierte Empfehlungen einfach deaktivieren und illegale Inhalte melden können. Die gerichtliche Anordnung gilt speziell für den deutschen Markt.






