Glasflügelzikade bedroht Ernten: Deutschland lockert Agrarregeln für 2025
Elias BraunGlasflügelzikade bedroht Ernten: Deutschland lockert Agrarregeln für 2025
Winziges Insekt bereitet deutschen Landwirten große Sorgen
Die Reben-Glasflügelzikade (Oebalus pugnax) verbreitet sich in mehreren deutschen Regionen und überträgt dabei Krankheiten, die Ernten bedrohen. Die Behörden lockern nun Agrarvorschriften, um die Schädlingsplage einzudämmen – für 2025 sind weitere Ausnahmen geplant.
Laut dem Julius Kühn-Institut (JKI) sind Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Hessen im Frühjahr 2025 am stärksten betroffen. Die Zikade verbreitet dort zwei gefährliche Pflanzenkrankheiten: Stolbur (eine Phytoplasma-Infektion) sowie die Zuckerrohr-Rüsselkäfer-Resistenz (SBR, Sugarcane Billbug Resistance). Besonders Kartoffeln und Zuckerrüben leiden unter den Folgen – viele Landwirte kämpfen mit Ernteausfällen.
Bisher schreiben EU-Vorgaben vor, dass mindestens 80 Prozent des Ackerlands bewachsen bleiben müssen, um Erosion und Nährstoffverluste zu verhindern. Doch die Regierung erlaubt nun zeitweise Brachen nach dem Anbau besonders gefährdeter Kulturen wie Kartoffeln oder Zuckerrüben. Studien zeigen, dass unbepflanzte Felder die Zikadenpopulation kurzfristig reduzieren können.
Mitte Juni 2025 beriet der Bayerische Kartoffelverband in dringlichen Gesprächen mit Erzeugern und Händlern über Gegenmaßnahmen. Zudem wurden Notfall-Zulassungen für Insektizide erteilt – ihr Einsatz unterliegt jedoch strengen Auflagen. Für 2025 plant der Bund zudem, in betroffenen Regionen die Mindestbodenbearbeitungspflicht auszusetzen.
Die neuen Regelungen ermöglichen Landwirten, nach anfälligen Kulturen Felder brachen liegen zu lassen. Notfall-Insektizide stehen bereit, werden aber streng kontrolliert. Die Behörden hoffen, so die Ausbreitung der Zikade einzudämmen – ohne Umwelt- und Ertragsschutz aus dem Blick zu verlieren.






