21 December 2025, 09:56

Glücklicher Schichtdienst

Drei lachende Kinder vor einem Weihnachtsbaum mit einem Kamin aus Holz auf der rechten Seite.

Glücklicher Schichtdienst

Frohe Schichtarbeit

Teaser: Während Wirtschaftsverbände die Arbeitszeiten unbegrenzt ausdehnen wollen, arbeiten viele Beschäftigte über die Feiertage hinweg. Eine neue Studie zeigt: In Deutschland ist Gemütlichkeit auch eine Frage des Kontostands.

19. Dezember 2025, 10:15 Uhr

Heiligabend 2025 werden fast ein Viertel der deutschen Arbeitnehmer:innen noch vor Mittag im Job sein. Die Zahlen variieren stark zwischen den Regionen – in den ostdeutschen Bundesländern ist der Anteil deutlich höher als in Bayern. Viele Beschäftigte in systemrelevanten Branchen verbringen die Feiertage im Dienst statt mit der Familie.

In diesem Jahr werden bundesweit 24 Prozent der Arbeitnehmer:innen am Morgen des 24. Dezembers arbeiten. In Ostdeutschland steigt die Zahl auf 31 Prozent, während in Bayern nur 17 Prozent im Einsatz sein werden. Selbst nach Ladenschluss um 14 Uhr bleiben 9 Prozent der Beschäftigten an ihren Arbeitsplätzen.

Die Belastung verteilt sich ungleich auf die verschiedenen Berufe. Fast die Hälfte (49 Prozent) der Beschäftigten im Transport- und Logistiksektor wird an diesem Morgen arbeiten. In der Gastronomie sind es über ein Viertel der Mitarbeiter:innen, die oft sowohl an Weihnachten als auch an Silvester im Dienst stehen. Auch Rettungskräfte, Pflegepersonal und Sanitäter:innen werden in großer Zahl im Einsatz sein. Polizeibeamte verdienen in der Regel zwischen 3.500 und 4.500 Euro monatlich, Pflegekräfte nehmen 2.800 bis 3.500 Euro mit nach Hause, während Sanitäter:innen auf 2.400 bis 3.200 Euro kommen. Geringverdiener:innen tragen dabei die Hauptlast der Feiertagsarbeit: 14 Prozent der am schlechtesten bezahlten Arbeitnehmer:innen werden am Nachmittag im Schichtdienst sein – bei den Spitzenverdiener:innen sind es nur 7 Prozent. Das Muster ist deutlich: 80 Prozent derjenigen, die an Heiligabend arbeiten, tun dies bereits seit drei Jahren in Folge.

WSI-Direktorin Bettina Kohlrausch zeigt sich besorgt über diese Entwicklung. Sie warnt davor, flexible Arbeitszeiten weiter auszuweiten, und betont die Notwendigkeit, tägliche Höchstarbeitszeiten beizubehalten.

Die Daten verdeutlichen eine klare Spaltung der Feiertagsarbeit nach Regionen, Berufen und Einkommensgruppen. Viele Beschäftigte in systemrelevanten Bereichen werden Heiligabend zum vierten Mal in Folge im Dienst verbringen. Die Debatte über die Regelung der Arbeitszeiten wird voraussichtlich weitergehen, solange der Abwägungsprozess zwischen Arbeitsbedarf und Freizeitanspruch andauert.