14 March 2026, 06:33

Großrazzia in Nürnberg: Polizei durchsucht 24 Wohnungen nach Protesten gegen Rechtsextreme

Eine Gruppe von Polizisten in Uniform steht vor einer Menge von Menschen in schwarzen Uniformen und Masken, mit einer Brücke und einem Gebäude im Hintergrund, während einer Demonstration in einer Stadt.

Großrazzia in Nürnberg: Polizei durchsucht 24 Wohnungen nach Protesten gegen Rechtsextreme

Die Nürnberger Polizei hat Razzien in 24 Wohnungen durchgeführt, die im Zusammenhang mit einer Protestaktion vor zehn Monaten stehen. Ziel der Aktion waren Personen, die verdächtigt werden, an Ausschreitungen während einer rechtsextremen Demonstration im vergangenen April beteiligt gewesen zu sein. Die Behörden ermitteln nun wegen des Verdachts auf Angriffe gegen Polizeibeamte, darunter eine leichte Verletzung eines Polizeimitarbeiters.

Die Durchsuchungen folgen einer großen Gegenkundgebung am 26. April 2025, als sich über 2.000 linke Aktivistinnen und Aktivisten versammelten, um gegen eine Veranstaltung der rechtsextremen Gruppe Gemeinsam für Deutschland (GFD) zu protestieren. Dabei kam es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen, bei denen 38 Gegendemonstranten verletzt wurden. Später berichtete die Polizei, dass ein Beamter nach einem Stoß leichte Brustverletzungen erlitten habe.

Das Amtsgericht Nürnberg erließ Durchsuchungsbefehle wegen des Verdachts auf Landfriedensbruch. Etwa 50 Personen müssen sich nun wegen Vorwürfen wie unerlaubter Versammlung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und leichter Körperverletzung verantworten. Viele der Beschuldigten sollen nicht gemeinsam gehandelt haben; die Straftaten verteilen sich auf verschiedene Zeitpunkte und Orte.

Das Ausmaß der Polizeimaßnahmen hat Kritik ausgelöst, insbesondere da die gemeldeten Verletzungen geringfügig waren. Vergleiche werden zur Rondenbarg-Affäre gezogen, bei der 86 Menschen allein wegen der Teilnahme an einer Demonstration angeklagt wurden, bevor die Verfahren eingestellt wurden.

Nach den Razzien protestierten fast 200 Antifaschistinnen und Antifaschisten vor dem Nürnberger Polizeipräsidium. Die Stadt erlebt seit Langem wiederkehrende Spannungen, da häufige Aufmärsche der rechtsextremen Gruppe Team Menschenrechte zu großen Polizeisperren und öffentlichen Unruhen führen.

Die Ermittlungen dauern an, wobei sich die Staatsanwaltschaft auf die angeblichen Angriffe gegen Beamte konzentriert. Den Angeklagten drohen Strafen wegen Landfriedensbruchs und weiterer Delikte. Der Fall hat die Debatte über Polizeitaktiken und den Umgang mit politischen Demonstrationen neu entfacht.

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