Gutefrage kämpft mit neuer Führung und App gegen Nutzer-Schwund

Elias Braun
Elias Braun
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Eine Wand mit den Worten "Willkommen bei IBM" beleuchtet von Deckenlampen, mit einer Tür zum IBM Innovation Space MCC im Hintergrund.Elias Braun

Gutefrage kämpft mit neuer Führung und App gegen Nutzer-Schwund

Gutefrage: Münchner Q&A-Plattform stellt Führung um, um im digitalen Wandel zu bestehen

Die Münchner Frage-Antwort-Plattform Gutefrage formiert ihre Führung neu, um sich in einer sich rasant verändernden digitalen Welt zu behaupten. Seit 2021 sind die Nutzerzahlen von 20 Millionen auf 12 Millionen monatlich aktive Nutzer gesunken – nun setzt das Unternehmen auf neue Strategien, um in einem von KI geprägten Markt gegen Konkurrenten wie TikTok und Reddit bestehen zu können.

Für die Neuausrichtung wurden zwei Schlüsselpersonen berufen: Mathias Wunder übernimmt als CFO und Geschäftsführer die Verantwortung für Finanzen, Unternehmensstruktur und organisatorische Entwicklung. Nepomuk Seiler, der seit über einem Jahrzehnt für die Plattform tätig ist, wird Geschäftsführer für Produkt und Technologie und agiert als Chief Product and Technology Officer (CPTO). Zu seinen Erfahrungen zählen die Entwicklung der ersten Gutefrage-App sowie die Umsetzung zahlreicher Innovationsprojekte.

Um der nachlassenden Nutzerbindung entgegenzuwirken, will Gutefrage den Fokus von kurzfristigen Fragen hin zu langfristigen Diskussionen verlagern. Eine neue App, deren Start für diesen Frühling geplant ist, soll thematische Räume einführen, in denen kontinuierliche Gespräche zu wiederkehrenden Lebensthemen stattfinden. Damit zielt das Unternehmen auf Nutzer ab, die nach vertieftem Austausch statt schnellen Antworten suchen.

Neben den inhaltlichen Anpassungen diversifiziert Gutefrage seine Einnahmequellen. Künftig sollen Lizenzierungen von Inhalten, Markenkooperationen und kostenpflichtige Gruppenfunktionen zusätzliche Erlöse generieren. Die Maßnahmen erfolgen vor dem Hintergrund aktueller Herausforderungen wie Moderationsproblemen, Fehlinformationen und sinkendem Interesse bei jüngeren Zielgruppen – insbesondere der Generation Z.

Die Umstrukturierung unterstreicht Gutefrages Bemühungen, sich in einem hart umkämpften digitalen Umfeld langfristig zu positionieren. Mit dem Fokus auf themenbasierte Diskussionen und erweiterten Geschäftsmodellen will die Plattform die Nutzerbindung stärken und ihre Marktstellung stabilisieren. Ob das Unternehmen seine jüngsten Rückgänge damit umkehren kann, wird sich am Erfolg der neuen App und der Führungswechsel zeigen.

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