Güterbahn-Branche warnt vor Chaos durch Rekord-Bauarbeiten bis 2026
Hannah BöhmGüterbahn-Branche warnt vor Chaos durch Rekord-Bauarbeiten bis 2026
Güterbahnbetreiber in Deutschland stehen unter wachsendem finanziellen Druck durch flächendeckende Bauarbeiten. 2024 erreichten die infrastrukturbedingten Kosten einen Rekordwert und fraßen rund vier Prozent der Gesamtumsätze auf. Nun fordern Branchenvertreter die Bundesregierung zum Handeln auf, bevor 2026 eine Welle von Streckensperrungen droht.
Der Bundesverband Güterverkehr und Logistik (BGL) warnt, dass schlecht koordinierte Baustellen den Güterverkehr von der Schiene auf die Straße verlagern. Wie Geschäftsführer Peter Westenberger erklärt, führen häufige Netzmodernisierungen zu massiven Behinderungen und steigenden Kosten. Die Folge: Die Transportleistung sank von 150 Milliarden Tonnenkilometern im Jahr 2022 auf nur noch 134 Milliarden 2024.
Die Lage verschärft sich 2026, wenn über 1.100 Kilometer stark frequentierter Strecken vorübergehend komplett gesperrt werden. Private Anbieter wie die Westbahn und die Bayerische Regiobahn kritisieren unklare Planungen und drohende Zugausfälle. Beide Unternehmen fordern eine zuverlässigere Steuerung der Infrastrukturprojekte.
Der Verband verlangt längere Vorlaufzeiten, transparentere Kommunikation und besser abgestimmte Bauvorhaben. Statt Vollsperrungen schlagen die Betreiber Teilabschnitte vor, um wichtige Verbindungen aufrechtzuerhalten. Zudem verlangen sie stärkeren Schutz vor den wirtschaftlichen Folgen der Bauarbeiten – besonders angesichts des anstehenden 2026er-Programms.
Die Bundesregierung gerät zunehmend unter Druck, die Probleme vor den Sperrungen 2026 zu lösen. Ohne Kurskorrektur drohen weitere Einschnitte im Güterverkehr und explodierende Kosten. Die Branche pocht auf bessere Planung, um eine dauerhafte Verlagerung des Transports auf die Straße zu verhindern.