04 March 2026, 02:30

Heizungsgesetz-Reform: Mehr Flexibilität, aber Risiken für Klima und Haushalte

Eine Liniengrafik, die die Stromerzeugung aus Wind und Sonne in Deutschland zeigt, mit begleitendem Text.

Chef des Wirtschaftsrats warnt vor neuem Heizungsgesetz - Heizungsgesetz-Reform: Mehr Flexibilität, aber Risiken für Klima und Haushalte

Deutschland will sein umstrittenes Heizungsgesetz nach monatelangen Debatten reformieren. Die Regierung hat sich auf Lockerungen für Hausbesitzer geeinigt, die alte Heizsysteme austauschen. Kritiker warnen jedoch, dass die Änderungen langfristige Probleme für die Klimaziele und die Haushaltsbudgets mit sich bringen könnten.

Laut dem neuen Plan entfällt ab 2026 die Vorgabe, dass neue Heizungen zu 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden müssen. Stattdessen bleiben Öl- und Gasheizungen weiterhin erlaubt – allerdings nur, wenn sie schrittweise auf CO₂-neutrale Brennstoffe wie Biomethan oder synthetische Alternativen umgestellt werden. Eine "Grüngas-Quote" soll diesen Wandel über die Zeit erzwingen.

Monika Schnitzer, Vorsitzende des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, übt scharfe Kritik an den Reformen. Sie argumentiert, dass die weitere Nutzung fossiler Heizungen Haushalte in eine "Kostenfalle" treiben könnte. Steigende Preise durch das EU-Emissionshandelssystem könnten Gas- und Ölheizungen in Zukunft deutlich teurer machen.

Schnitzer wies zudem auf ein weiteres Problem hin: die Unsicherheit bei der künftigen Brennstoffversorgung und den Preisen. Sie forderte die Regierung auf, sich darauf zu konzentrieren, klimafreundliche Technologien durch den Abbau bürokratischer Hürden in Förderprogrammen günstiger zu machen. Eine vereinfachte Förderung, so Schnitzer, würde die Produktion hochskalieren und die Kosten für Verbraucher senken.

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Die Reformen folgen einem Koalitionsabkommen der regierenden Parteien. Während die Änderungen nur für Deutschland gelten, wird eine bevorstehende EU-Gebäuderichtlinie ab 2030 strengere Vorgaben für Neubauten in ganz Europa vorgeben. Diese neuen EU-Standards werden jedoch keine Rückwirkung auf frühere nationale Entscheidungen in anderen Ländern haben.

Die gelockerten Heizungsregeln sollen Hausbesitzern mehr Flexibilität beim Austausch ihrer Systeme bieten. Dennoch wird der Umstieg auf CO₂-neutrale Brennstoffe erhebliche Anpassungen erfordern. Angesichts der durch den EU-Emissionshandel steigenden Kosten für fossile Brennstoffe könnten Haushalte mit höheren Rechnungen konfrontiert werden – es sei denn, grünere Alternativen werden bezahlbarer.