Herbert Grönemeyer erhält Nationalpreis für Lebenswerk und demokratisches Engagement
Hannah BöhmHerbert Grönemeyer erhält Nationalpreis für Lebenswerk und demokratisches Engagement
Herbert Grönemeyer erhält den Nationalpreis der Deutschen Nationalstiftung für sein Lebenswerk in Musik und Demokratie. Die Auszeichnung würdigt sowohl sein künstlerisches Erbe als auch sein entschiedenes Eintreten gegen Rechtsextremismus. Im Laufe der Jahre ist er zu einer der prägendsten Stimmen Deutschlands im Kampf für eine offene, tolerante Gesellschaft geworden.
Die Deutsche Nationalstiftung, 1993 vom ehemaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt gegründet, ehrt Persönlichkeiten, die Demokratie und Zusammenhalt stärken. Im vergangenen Jahr ging der Preis an die BioNTech-Gründer Özlem Türeci und Uğur Şahin, überreicht von Bundeskanzler Friedrich Merz. In diesem Jahr rückt die Stiftung Grönemeyers jahrzehntelangen kulturellen und politischen Einfluss in den Mittelpunkt.
Sein Engagement hat sich seit 2024 noch verstärkt. Er schloss sich der Initiative Feuerwall gegen Rechtsextremismus an und unterzeichnete einen offenen Brief gemeinsam mit über 500 Künstlern und Intellektuellen. Bei Kundgebungen in Köln und Berlin forderte er einen entschlosseneren politischen Widerstand gegen die extreme Rechte. In sozialen Medien und Interviews warnte er wiederholt, dass die deutsche Demokratie massiv unter Beschuss stehe.
Seine Rhetorik ist oft unmissverständlich. Bei einem Konzert bezeichnete er rechtsextreme Widersacher als rechte Ratten. Zudem forderte er eine Brandmauer gegen den Einfluss der AfD und rief die Wähler auf, stattdessen demokratische Parteien zu unterstützen. In den vergangenen Jahren lobte er den Flüchtlingszuzug 2015 als Glücksfall für Deutschland und deutete ihn als Moment gesellschaftlichen Fortschritts.
Thomas Mirow, Vorsitzender der Deutschen Nationalstiftung, betonte Grönemeyers Rolle als kulturelle Ikone und moralische Instanz. Der Preis würdigt nicht nur seine musikalischen Leistungen – er hat die deutsche Popgeschichte geprägt –, sondern auch sein Eintreten für soziale Gerechtigkeit und Gleichheit.
Die Preisverleihung reiht Grönemeyer in den Kreis ausgewählter Preisträger ein, die für ihren prägenden Einfluss auf die deutsche Gesellschaft stehen. Sein Wirken umfasst künstlerischen Ausdruck, politisches Engagement und die Mobilisierung der Öffentlichkeit gegen Extremismus. Die Entscheidung der Stiftung unterstreicht, wie seine Arbeit weiterhin in Kultur und zivilgesellschaftlichem Leben nachwirkt.






