Historische Dürre in Südbayern: Bauern kämpfen um Ernte und Existenzgrundlage
Johanna MüllerHistorische Dürre in Südbayern: Bauern kämpfen um Ernte und Existenzgrundlage
Südbayern erlebt die trockensten acht Monate seit 75 Jahren – mit einem Rückgang der Niederschläge um ein Drittel. Die anhaltende Dürre folgt auf die verheerenden Überschwemmungen des Vorjahres und bringt die Landwirtschaft an einen kritischen Punkt. Bauern kämpfen mit schrumpfenden Erträgen, steigenden Kosten und wachsendem Druck auf die Wasserversorgung.
Die ausbleibenden Regenfälle treffen die gesamte Region hart, selbst das normalerweise feuchte Allgäu bleibt nicht verschont. Wasserknappheit ist mittlerweile allgegenwärtig und zwingt Landwirte, ihre Bewässerungsmethoden grundlegend zu überdenken. Nur hochwertige Kulturen wie Kartoffeln und Gemüse rechtfertigen noch die hohen Kosten für gezielte Bewässerung.
In Franken und Nordschwaben reift das Getreide zu früh, was die Erträge mindert und die Qualität verschlechtert. Gleichzeitig ist der Preis für Brotweizen seit 2022 um die Hälfte eingebrochen. Doch die Ausgaben für Düngemittel, Maschinen und andere Betriebsmittel steigen weiter – die Gewinnmargen werden immer schmaler.
Weltweite Handelskonflikte verschärfen die Lage zusätzlich, stören die Märkte und erhöhen die Unsicherheit. Da die Landwirtschaft enorme Wassermengen verbraucht, gelten inzwischen strengere Nutzungsbeschränkungen. Experten warnen: Ohne eine nachhaltige Wasserstrategie, moderne Technologien und gerechtere politische Rahmenbedingungen werden die Risiken für die Nahrungsmittelproduktion weiter wachsen.
Die aktuelle Dürre offenbart tiefe Schwächen in Bayerns Wassersystemen. Bleibt alles wie bisher, drohen Landwirten langfristige Ernteausfälle und eine Gefährdung der Ernährungssicherheit. Die Region steht nun vor der Herausforderung, steigende Kosten, Wasserknappheit und veränderte Handelsbedingungen in Einklang zu bringen – um die Zukunft der Landwirtschaft zu sichern.






