30 January 2026, 02:39

Historisches Urteil: Kopftuchverbot für Sicherheitskräfte am Flughafen gekippt

Ein alter Umschlag, wahrscheinlich eine Postkarte, mit einer handschriftlichen Signatur, die angeblich von Karl Marx stammt.

Bundesarbeitsgericht: Fluggastcontrollerin darf Kopftuch tragen - Historisches Urteil: Kopftuchverbot für Sicherheitskräfte am Flughafen gekippt

Eine muslimische Frau in Deutschland hat einen richtungsweisenden Prozess gegen ein Sicherheitsunternehmen gewonnen, das sie wegen ihres Kopftuchs nicht einstellen wollte. Das Bundesarbeitsgericht urteilte, dass die Absage diskriminierend war, und setzte damit einen neuen Präzedenzfall für religiöse Rechte am Arbeitsplatz. Die Entscheidung kippt ein früheres Verbot von Kopftüchern an Sicherheitskontrollen auf dem Hamburger Flughafen.

Die Klägerin, eine Muslimin, hatte sich als Luftsicherheitsassistentin am Flughafen Hamburg beworben. Das Unternehmen lehnte sie allein wegen ihres Kopftuchs ab. Nach früheren Regelungen hatte die Bundespolizeidirektion Hamburg Kopftücher an Sicherheitskontrollen ausnahmslos verboten.

Das Gericht sah keine stichhaltige Begründung für das Verbot. Es stellte fest, dass das Tragen eines Kopftuchs die Aufgaben einer Luftsicherheitsassistentin nicht beeinträchtigt. Die Richter urteilten zudem, dass der Arbeitgeber nicht nachweisen konnte, dass das Kopftuch ein berufliches oder sicherheitsrelevantes Risiko darstelle.

Der Fall erinnert an ein Urteil aus dem Jahr 2015 in Australien, wo Fatima Elomar erfolgreich gegen ein ähnliches Verbot am Flughafen Sydney klagte. Diese Entscheidung ermöglichte es muslimischen Frauen, in Sicherheitsberufen Hijabs zu tragen, und beeinflusste die Arbeitsgesetze in Australien. Nun ist Deutschlands höchstes Arbeitsgericht einen vergleichbaren Weg gegangen und hat den Schutz vor religiöser Diskriminierung gestärkt.

Das Urteil bedeutet, dass muslimische Frauen in Deutschland künftig Kopftücher tragen dürfen, während sie als Luftsicherheitsassistentinnen arbeiten. Arbeitgeber müssen etwaige Einschränkungen religiöser Kleidung begründen oder riskieren rechtliche Konsequenzen. Die Entscheidung bringt die deutschen Arbeitsplatzrichtlinien näher an internationale Standards zur religiösen Toleranz heran.