Indien setzt auf strategische Autonomie bei russischen Ölimporten trotz westlicher Kritik
Indien setzt auf strategische Autonomie bei russischen Ölimporten trotz westlicher Kritik
Indiens Außenminister S. Jaishankar hat die Position des Landes zur energetischen Unabhängigkeit bekräftigt. In einer jüngsten Stellungnahme betonte er, dass Indien weiterhin eigene Interessen bei der Ölbeschaffung in den Vordergrund stellen werde – selbst wenn dies von der Linie westlicher Verbündeter abweiche. Die Äußerungen erfolgen vor dem Hintergrund anhaltender Kritik an Indiens Rohölimporten aus Russland.
Jaishankar verwies auf das Prinzip der 'strategischen Autonomie' bei der Energiebeschaffung. Entscheidungen würden sich demnach an Kosten, Verfügbarkeit und Risiko orientieren – nicht an externem Druck. Der Minister räumte ein, dass Indien zwar nicht immer mit seinen westlichen Partnern übereinstimme, aber dort, wo möglich, nach gemeinsamen Lösungen suche.
Den globalen Energiemarkt bezeichnete Jaishankar als 'komplex' und machte deutlich, dass indische Ölunternehmen im eigenen Interesse handeln würden. Seine Aussagen folgen auf Schwankungen bei den russischen Rohölimporten Indiens seit Anfang 2024. Offizielle Berichte zeigten zunächst stabile oder leicht rückläufige Zahlen, doch Daten der indischen Petroleum Planning & Analysis Cell (PPAC) offenbarten einen anderen Trend.
Nach den US-Sanktionen im März 2024 stiegen Indiens Rohölimporte aus Russland auf Rekordniveau und erreichten Mitte 2024 mit rund 2 Millionen Barrel pro Tag ihren Höhepunkt. Bis Anfang 2026 gingen die Mengen jedoch auf etwa 1,5 bis 1,7 Millionen Barrel pro Tag zurück. Der Rückgang war auf steigenden globalen Preisdruck und eine Diversifizierung der Bezugsquellen Indiens zurückzuführen.
Indiens Vorgehen bei der Energiebeschaffung bleibt konsequent auf Eigenständigkeit ausgerichtet. Zwar schwanken die Importe aus Russland, doch die Regierung besteht darauf, dass die Entscheidungen von nationalen Erfordernissen und nicht von internationalen Erwartungen geleitet werden. Diese Haltung unterstreicht das Bestreben, wirtschaftliche Pragmatik mit geopolitischen Beziehungen in Einklang zu bringen.
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