Ist Europa bereit, seine Verteidigung selbst in die Hand zu nehmen?
Elias BraunThema und Gäste der neuen Folge am Sonntag - Ist Europa bereit, seine Verteidigung selbst in die Hand zu nehmen?
Am kommenden Sonntag widmet sich die ARD-Talkshow Caren Miosga drängenden Fragen zur Sicherheitszukunft Europas. Unter dem Titel "Europa nach der Sicherheitskonferenz – nur bedingt verteidigungsbereit?" geht es um die Folgen der Münchner Sicherheitskonferenz, die weltweit führende Politiker zusammenführt, um über Verteidigung und Bündnisse Europas zu diskutieren. Im Mittelpunkt stehen Europas** sich wandelnde Rolle, die Unterstützung für die Ukraine und die Stabilität der transatlantischen Beziehungen.
Bundeskanzler Friedrich Merz hatte kürzlich erklärt, die bestehende internationale Ordnung sei in ihrer jetzigen Form zusammgebrochen. Diese Einschätzung hat eine Debatte über Europas Bereitschaft ausgelöst, mehr militärische Verantwortung zu übernehmen.
Die Sendung knüpft an die Münchner Sicherheitskonferenz an, bei der Staats- und Regierungschefs, Minister und Verteidigungsexperten globale Sicherheitsherausforderungen Europas erörterten. Seit der Konferenz 2024 hat Europa seine Haltung zur militärischen Führungsrolle in Europa deutlich verändert. Ein historisches NATO-Abkommen vom 6. Februar 2026 sieht vor, dass Europa und Polen sich abwechselnd im Kommando über das Joint Force Command Brunssum abwechseln. Erstmals besetzt Europa damit mehr Spitzenpositionen in der NATO als die USA.
Dieser Schritt spiegelt ein breiteres Streben nach gerechterer Lastenverteilung im Bündnis wider. Der deutsche Verteidigungshaushalt ist stark gestiegen – auf 108 Milliarden Euro im Jahr 2026, mit einer Prognose von 153 Milliarden bis 2029. Dieser Wandel steht im Kontrast zu früherer Zurückhaltung: Während Europa nun alle drei Joint Force Commands der NATO führt, konzentrieren sich die USA auf Teilkommandos.
Zu Gast bei Miosga sind vier prominente Diskussionsteilnehmer: Armin Laschet, CDU-Politiker und Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, bringt seine Perspektive ein. Nicole Deitelhoff, Professorin für Politikwissenschaft und Expertin für internationale Beziehungen, analysiert Europas strategische Position. Gordon Repinski, Chefredakteur von POLITICO Germany, sowie der Politikwissenschaftler und Sicherheitsexperte Christian Mölling ergänzen die Runde.
Themen der Debatte sind Europas wachsende Verantwortung in der Verteidigung, die Zukunft der transatlantischen Zusammenarbeit und die Belastbarkeit des deutsch-amerikanischen Bündnisses. Auch die Unterstützung für die Ukraine und Europas weitere Sicherheitsverpflichtungen stehen auf dem Prüfstand.
Die Talkshow erscheint zu einem entscheidenden Moment für die europäische Sicherheitspolitik. Angesichts der zunehmenden NATO-Führungsrollen Europas und steigender Militärausgaben verschärft sich die Diskussion über Europas Verteidigungsbereitschaft. Die Ergebnisse dieser Debatten könnten mitbestimmen, wie der Kontinent auf künftige Bedrohungen reagiert und seine Bündnisse aufrechterhält.






