Joey Skaggs täuscht Medien seit 38 Jahren mit erfundenem Aprilscherz-Umzug
Johanna MüllerJoey Skaggs täuscht Medien seit 38 Jahren mit erfundenem Aprilscherz-Umzug
Seit fast vier Jahrzehnten narrt Joey Skaggs die Medien mit seinem alljährlichen Aprilscherz-Umzug in New York – einer Veranstaltung, die es in Wahrheit gar nicht gibt. Doch Jahr für Jahr lockt er Reporter, Marschkapellen und sogar große Nachrichtensender an, die alle auf seine ausgeklügelten Streiche hereinfallen. Beim diesjährigen Schein-Umzug gab es unter anderem einen Double des Präsidenten, eine "Melania-Mockumentary" und Lesungen aus den Jeffrey-Epstein-Akten.
Skaggs startete seine Tradition 1986, als er Journalisten einlud, über einen nicht existierenden Umzug entlang der Fifth Avenue zu berichten. Seither verbringt er monatelang damit, gefälschte Pressemitteilungen zu verfassen, Zeitungsausschnitte zu sammeln und überzeugende Geschichten zu erfinden. Sein Ziel: die Leichtgläubigkeit der Medien entlarven und gleichzeitig Satire als Form des politischen Protests feiern.
Das angebliche Motto des Umzugs ändert sich jährlich und zielt oft auf die Obrigkeit ab. Frühere Ausgaben präsentierten etwa einen Donald-Trump-Doppelgänger-Wettbewerb oder eine Y2K-Apokalypse-Party. 2023 und 2024 fielen über 100 Medien – darunter die New York Times, die BBC und CNN – auf den Scherz herein und berichteten über die Veranstaltung, bevor sie merkten, dass es sich um einen Aprilscherz handelte.
Skaggs ist nicht der Einzige, der mit aufwendigen Aprilscherzen Schlagzeilen macht. 1985 täuschte Sports Illustrated seine Leser mit einer Geschichte über "Sidd Finch", einen Mets-Pitcher, der angeblich 270 km/h werfen konnte. 1998 inszenierte David Bowie die Buchvorstellung eines erfundenen britischen Autors namens William Boyd. Beide Streiche – wie auch Skaggs' Umzug – funktionierten nur, weil die Öffentlichkeit bereitwillig das Unglaubliche glaubte.
In diesem Jahr umfasste das fiktive Programm eine Vorführung der "Melania-Mockumentary" sowie eine Lesung der geschwärzten Namen aus den Epstein-Akten. Trotz des nicht stattfindenden Umzugs erschienen Medienteams und Marschkapellen – und fanden nur leere Straßen vor.
Skaggs' Streiche zeigen, wie leicht sich Falschinformationen verbreiten, selbst in seriösen Nachrichtenquellen. Sein jährlicher Scherz zieht weiterhin weltweite Aufmerksamkeit auf sich und beweist, dass Satire ein mächtiges Mittel bleibt, um die Schwächen der Medien aufzudecken. Die Tradition, nun im 38. Jahr, zeigt keine Anzeichen von Erschöpfung.






