Kassen immer öfter lehnen Zahlungen für Hubschrauberrettung ab

Kassen immer öfter lehnen Zahlungen für Hubschrauberrettung ab
Kassen verweigern zunehmend Erstattung für Rettungshubschrauber-Einsätze
Teaser: Die Luftrettung kämpft mit steigenden Kosten und harten Verhandlungen. Die Krankenkassen lehnten Zahlungen immer häufiger ab, kritisiert der Chef der DRF Luftrettung.
22. Dezember 2025, 13:32 Uhr
Deutsche Krankenkassen verweigern zunehmend die Kostenübernahme für Rettungshubschrauber-Einsätze – mit der Begründung, die Einsätze seien unnötig oder medizinisch nicht gerechtfertigt. Dieser Trend hat in den vergangenen drei Jahren zugenommen, wobei große Kassen wie die DAK-Gesundheit, die Techniker Krankenkasse (TK) und die AOK die Ablehnungen vorantreiben. Gleichzeitig warnen Luftrettungsdienste, dass knapper werdende Mittel die Notfallversorgung in ländlichen Regionen gefährden könnten.
Zwischen 2022 und 2025 bestätigten Gerichtsurteile und Berichte, dass Versicherer häufig die Erstattung für Hubschraubereinsätze verweigerten – auch solche der ADAC-Luftrettung. Krystian Pracz, Vorstandsvorsitzender der DRF Luftrettung, führt dies auf den wachsenden Kostendruck bei den Kassen zurück, der Verhandlungen mit den Rettungsdiensten erschwere. Er argumentiert, dass Hubschraubereinsätze langfristig oft Geld sparten, indem sie Folgekosten im Gesundheitswesen verringerten. Eine Studie der DRF Luftrettung belegt, dass schnellere Rettungen die Gesamtbehandlungskosten senken.
Die meisten Einsätze betreffen Notfälle: Vier von fünf Alarmierungen gelten Rettungseinsätzen, nicht Patiententransporten. Herz-Kreislauf-Erkrankungen bleiben der häufigste Grund für den Einsatz. Jeder Flug kostet – je nach Dauer – zwischen 2.000 und 3.000 Euro. Zwar kommt es nach wie vor zu Fehlalarmen, doch Pracz betont, dass es besser sei, im Zweifel zu handeln, als eine lebenswichtige Rettung zu verpassen.
Um die Finanzierungsprobleme zu lösen, schlägt Pracz ein Modell vor, das sich an der Krankenhausfinanzierung orientiert: Eine Pauschale soll den Betrieb der Stationen, das Personal und die Hubschraubernutzung abdecken. Zudem werden neue Technologien entwickelt, etwa Systeme, die erste Patientendaten direkt in die Notaufnahmen übermitteln. Die DRF Luftrettung rechnet mit einem Anstieg der Hubschraubereinsätze, da die medizinische Versorgung in ländlichen Gebieten weiter zurückgeht.
Der Streit um die Finanzierung der Luftrettung zeigt die wachsende Spannung zwischen Kostendämpfung und dem Zugang zu Notfallversorgung. Während die Kassen die Erstattungen kürzen, suchen die Rettungsdienste nach alternativen Finanzierungsmodellen, um ihren Betrieb aufrechtzuerhalten. Die Entwicklung wird entscheiden, wie schnell Patienten in abgelegenen Regionen künftig lebensrettende Hilfe erhalten.

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